Die Jour fixe (Club Abende) finden in der Regel alle zwei Wochen statt mit dem Ziel:
                                          
                                         Attraktives Thema + geselliges Miteinander
 
 Aktuell Lions-Jahr 2018/2019 - Clubabende 2019

Elfter Clubabend am 3. Juni 2019 -     EU -   Aufgaben - Aufbau - Ziele

Tobias Winkler beschrieb die Größe der heutigen EU und setzte sie in Vergleich zu anderen Ländern. Die EU ist er stärkste Wirtschaftsraum der Welt mit rund 25 % Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt und liegt damit knapp vor den USA . Es ist für die EU auf Dauer unmöglich, Platz eins zu verteidigen. Deshalb werden wir verlässliche Partner benötigen. Hier gilt es u.a., intern die Starken nicht zu schwächen.
                            
                                                  Einwohner und Flächen  der EU im Vergleich

In der EU leben aber nur knapp 7 % der Weltbevölkerung. Vor hundert Jahren betrug der Anteil noch 25 %.Der  Anteil der EU an der Weltbevölkerung wird weiter sinken. Es ist davon auszugehen, dass die Bevölkerung in der Afrikanischen Union in den nächsten 15 - 20 Jahren  auf 2 Mrd. anwachsen wird. Interessant, dass die Afrikanische Union ca. 7 mal soviel Landfläche besitzt als die EU. 
Erwähnenswert sind auch einige Fakten, die sonst nicht so sehr im Blickpunkt stehen. Die Bevölkerung in Indien ist vergleichbar groß der in China.  
Brasilien, Indonesien und Pakistan weisen hohe Einwohnerzahlen auf...und auch Bangladesch, diese aber bei einer vergleichbar sehr geringen Landfläche.
Die Weltbevölkerung wird weiter zunehmen und es ist erstrebenswert, weitere Teile der Weltbevölkerung an angemessene Lebensbedingungen heranzuführen. Die Weltwirtschaft wird also weiter wachsen.
Umso wichtiger wird der Zusammenhalt und die Stärkung Europas.

                      
                 EU Parlament in Straßburg                                                     Vorläufige Sitzverteilung der 8 Fraktionen                  Tobias Winkler

In der vergangenen Woche fanden die Wahlen zum EU Parlament statt. Erstmals werden die EVP ( Christdemokraten) und S&D ( Sozialdemokraten) gemeinsam keine Mehrheit mehr erzielen.
Erfreulich ist dass die Wahlbeteiligung gegenüber der Europa Wahl 2014 gestiegen ist, in Deutschland von 48 % auf ca. 61 % und in Europa von 43 % auf ca. 51 %.

                                                    

Die Wahlbeteiligung in den einzelnen Ländern ist noch sehr unterschiedlich, hat aber fast überall zugenommen. Dies sind  positive Zeichen für die weitere Entwicklung und Stärkung der Demokratie in der EU. 
In der Diskussion wurde angemerkt, dass die EU nicht für nur Frieden steht, sondern auch wesentlich war, um zahlreiche Länder aus dem Hunger der Nachkriegsjahre zu führen.
Es wurde hinterfragt, warum es derart große Steuerunterschiede in den einzelnen Ländern gibt mit besonders günstigen Bedingungen z.B. in Irland oder Luxemburg.
Die Mitgliedsstaaten konnten sich in Steuerfragen bislang nicht auf eine europäische Zusammenarbeit einigen, was große Unternehmen ausnutzen. 
Zudem wurde angesprochen, wie die politischen Klimaziele erreicht werden sollen mit einer Senkung von Emissionen, bei wachsender Weltbevölkerung und wachsender Weltwirtschaft.
Diese Ziele sind nicht im Alleingang zu erreichen, sondern nur im Zusammenwirken vieler Nationen. 
Schließlich wurde noch ein aktuelles bürokratisches Ärgernis angesprochen - das Entsendeformular A1 zur Vermeidung doppelter Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. Selbst bei kurzen Dienstreisen in ein anderes Land kann die Vorlage dieser jeweils neu ausgestellten Bescheinigung verlangt werden, deren Ausstellung aber mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Eine nicht praktikable Lösung, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit massiv behindert.Tobias Winkler war der Meinung, dies war vom Gesetzgeber  sicher so nicht gewollt und er ist zuversichtlich, dass bei einem Fokus auf dieses Thema auch eine praktikable Lösung gefunden werden wird. Er wiederholte seinen Appell an die betroffenen Berufsverbände, die Abgeordneten der nächsten Legislaturperiode bei diesem Thema in die Pflicht zu nehmen.

Ein interessanter Clubabend mit einem überzeugenden Referenten Tobias Winkler, der Europa kompetent und auf sympathische Art vertreten hat.

 
                        Interessierte Teilnehmer auch bei der Diskussion                             Präsent für Tobias Winkler, überreicht von Dr. Alois Schneck                                                                                                       


Zehnter Clubabend am 20. Mai 2019 - 40 Jahre Landesgartenschauen Bayern

Dagmar Voß erläuterte in ihren Ausführungen die Zielsetzungen von Gartenschauen..primär die Schaffung von grünen Naherholungsflächen sowie eine integrierte Weiterentwicklung städtebaulicher Gegebenheiten.   Hierzu führte sie zahlreiche Beispiele an  - Alzenau, Bamberg, Würzburg, Ingolstadt, Rosenheim, Deggendorf ..um nur einige zu nennen.                                                                                                                                                                           
                                                             
 
   
        Dagmar Voß                                                        Beispiel  Ingolstadt - städtebauliche Aufwertung durch Landesgartenschau


    
                                          Schaffung von Verbindungen und grünen Naherholungsflächen entsprechend dem natürlichen Gelände

Die strikte Deadline für die Eröffnung einer Gartenschau ist Garant für die termingerechte Fertigstellung der baulichen Maßnahmen. 

Die Veranstaltung einer Landesgartenschau ist ein Fest für alle....individuell, kreativ, unterhaltsam, informativ, mit touristischer Anziehungskraft. 
Sie ist imagebildend über die Stadt hinaus und stärkt die Identifikation der Bürger mit der Gartenschau...und mit der Kommune, denn sie bildet einen
langjährigen Naherholungsbereich.
    
                                      ........................................................Eindrücke von Veranstaltungen von Landesgartenschauen...................................................

In Anbetracht von 40 Jahren Erfolgsgeschichte sollen Landesgartenschauen in noch mehr Städten und Kommunen Bayerns realisiert werden können.
Dazu wird ab 2022 das Format geändert. Bayerische Gartenschauen sind dann unabhängig von der Größe der Kommune, dem Gelände und der Investition.
Das Bewerbungsverfahren wird vereinfacht und die Förderung erhöht. Eine Bürgerbeteiligung ist bereits im frühen Stadium der Bewerbung erforderlich.
Eine Evaluierung der Gartenschauen hinsichtlich Ökologie und Naturschutz ist vorgesehen sowie eine stärkere Einbindung der Umweltverbände durch Sitz im Fachbeirat. 
 
    
               Ein Vortrag, der Lust machte auf Frühling und Sommer                               Präsident sein macht Freude                                 Der Dank des Präsidenten



Neunter Clubabend am 9. Mai 2019 - 100 Jahre Verträge von Versailles

Wie Dr. Jürgen Böddrich ausführte, konnten die deutschen Truppen im September 1918 dem Druck der Alliierten nicht mehr standhalten. Die Heeresleitung forderte vom Kaiser, dass dieser sofort eine Vorschlag für ein Waffenstillstandsabkommen an Präsident Wilson unterbrietet. Der Waffenstillstand mit extrem harten Bedingungen, vom Gegner diktiert, fand in Deutschland nur geteilte Akzeptanz. Denn er wurde nicht von der militärischen Führung, sondern von der Bürgerleichen  Regierung unterzeichnet..
Im Rahmen der am 18. Januar 1919 beginnenden Friedenskonferenz wurde am 29. April 1919 auf Drängen der USA der Völkerbund gegründet, um auf Dauer den Weltfrieden zu garantieren. 
Die Ziele waren -  Angriffskriege zu verhindern, kollektive Sicherheit durch Sanktionen zu erzwingen, das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu achten inkl. des Schutzes ethnischer Minderheiten.
Der Völkerbund, dem die USA nicht beitraten, wurde 1946 wieder aufgelöst.

Vorortverträge im Nachgang zum Vertrag von Versailles
Österreich unterzeichnete am 10. September 1919 den vertrag von Saint Germain. Dabei wurde u.a. festgelegt  -  die Trennung Österreichs von Ungarn; das Abtreten Südtirols fällt bis zum Brenner an Italien, das erhält Triest, Istrien und Teile von Kärnten erhielt. Österreich erkennt Polen, Umgarn und Tschechoslowakei und Jugoslawien an. Ein Zusammenschluss mit Deutschland wird verboten. Außerdem wird Österreich zu Reparationszahlungen verpflichtet und das Heer deutlich abgebaut. Als ein deutliche Schwächung von Österreich.
Am 27. November folgt der Vertrag von Neuilly. Bulgarien tritt die thrakischen Gebiet an Jugoslawien ab, die Küste am Ägäischen Meer an Griechenland. Die Höhe von Kohlelieferungen und Reparationszahlungen wird später festgelegt.

                                  
                                                 
                                                                        Beispiele, wie sich die Landkarte durch die Vorort-Verträge änderte...erläutert von Dr. Jürgen Böddrich
            
Am 4. Juni 1920 wurde der Vertrag von Trianon unterschrieben. Ungarn verliert die Slowakei an die Tschechoslowakei und das Burgenland an Österreich. Kroatien und Slowenien gehen an Jugoslawien, Banat an Rumänien. Ungarn wurde quasi halbiert.
Am 10. August 1920 unterzeichnete die Türkei den Vertrag von Sevres. Dieser Vertrag beendet das osmanische Reich. Im einzelnen wurde u.a. festgelegt: alle türkischen Meerengen werden unter internationale Kontrolle gestellt. Thrakien mit Gallipoli sowie Smyrna und die ägäischen Inseln werden an Griechenland abgetreten. Syrien und Kilikien fallen an Frankreich. England erhält Irak und Palästina, zudem die Schutzherrschaft über Arabien. Rhodos und der Dodekanes fallen an Italien. Türkisch Armenien wird ein selbständiger Staat. Zypern und Ägypten belieben unter englischer Herrschaft.
Diese Siegerdiktate versprachen keinesfalls einen dauerhaften Frieden. Frankreich und England waren die Gewinner dieser territorialen Neuordnung.
Eine Fülle an Informationen, denen die Teilnehmer mit großem Interesse folgten und die für viele einen neune Blickwinkel bezüglich der Versailler Verträge eröffneten.
Unter dem herzlichen Applaus der Teilnehmer des Abends bedankte sich Präsident Dr. Herbert Bauer mit eine Flasche Wein. 

                   
                                                   Großer Andrang                                                                          Spannende Ausführungen                                                             Geschenk des Präsidenten



Achter Clubabend am  25. März 2019 -  Beitrag zu Biodiversität und Artenvielfalt

Wie Prof. Dr. Gerhard Haszprunar zum Einstieg in den die Thematik erläuterte, bedeutet Biodiversität  Artenvielflat und Vielfalt von Ökosystemen. Hauptproblem ist die intensive Agrarindustrie - nicht die Kleinbauern und Familienbetriebe. Auswirkungen auf die Insektenvielfalt haben übermäßiger Pestizid- und Herbizideinsatz, Überdüngung und Bodenerosion. Hinzu kommt die zunehmende Flächenversiegelung. Nachtaktive Insekten haben zudem auch unter Lichtverschmutzung zu leiden.
Was kann/ soll/ muss man daher tun? Das war die zentrale Frage  Dazu hat Prof. Haszprunar 10 Tipps erläutert, mit denen man auch in seinem unmittelbaren Umfeld einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt  leisten kann.Einige Tipps wie blühende Wiesen statt Rasen, begrünte Wände oder blühende Hecken wurde schon erwähnt.
                                                                          

                     
                       Prof.  Gerhars Haszprunar                           Tipp 2                                                    Tipp 3                                     Blütenpracht ..von allem etwas dabei


An weiteren Tipps sind zu nennen:
Im Blühgarten möglichst viele verschiedene Pflanzen- und Blütenarten vorsehen, um so Blühzeiten über das Jahr zu verteilen.
Die Biene ist ein bedeutendes Insekt. Dies kann man locken und binden z.B. durch Bienenhotels oder auch durch Sandflächen, die von den Bienen bevorzugt genutzt werden.
Weiter zu erwähnen ist das Begrünen von Parkplätzen und die Einrichtung von Biotopen auf Flachdächern mit trockenresistenten Pflanzen.
Ein Aspekt, der selten berücksichtigt wird: Eine Ecke im Garten für das Lagern von Baumschnitt und Gartenabfällen vorsehen. Ein El Dorado für Totholzfauna  und Versteckmöglichkeiten für viele geschützte Tierarten wie Igel oder Ringelnatter. Schließlich wies Prof. Haszprunar noch auf die richtige Beleuchtung hin, um Lichtfallen zu vermeiden. Zu empfehlen sind warmes und zielgerichtetes Licht, am besten gesteuert über Sensoren.
Abschließend meinte der Referent: "Niemand kann alles - aber keiner kann nichts". Es liegt an uns allen, unseren Teil beizutragen, "dass es auch morgen in Bayern kreucht und fleucht". 
Das war ein weites Spektrum an Möglichkeiten, das großes Interesse bewirkte. Viele der Teilnehmer werden gerade  jetzt im Frühjahr beginnen, erhaltene Anregungen umsetzen.
Präsident Dr. Herbert Bauer dankte Prof. Haszprunar im Namen aller für diesen exzellenten Vortrag und überreichte zum Dank einen edlen Tropfen Wein.
                                                                                                         



Siebter Clubabend am 11. März 2019  - Betreuung von Menschen mit Demenz in München

Die demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland zeigt eine Zunahme des Anteils älterer Menschen. Damit nimmt auch die Anzahl dementiell erkrankter Personen zu, einer Erkrankung, die vornehmlich im höheren Alter auftritt.
WohlBEDACHT e.V. in München ist eine hervorragende Institution, die sich in besonderer Weise in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz engagiert. Die Ausführungen von Annette Arand und Gerhard Sturm fanden großes Interesse.

    
          Annette Arand und Gerhard Sturm ( v.li.)                                       Plakatives Motto                                                                      Neue Projekte

Wie bereits erwähnt, werden überdurchschnittlich viele Personen mit ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten betreut. Besonders hervorzuheben ist die integrative Versorgungskette mit einem Spektrum sich ergänzender  Angebote.
Hierfür hat wohlBEDACHT e.V  im Mai 2015 den erstmals vergebenen und mit 10 000 Euro dotierten Dr. Helmut Braun Preis erhalten für neue Initiativen zur bedarfsgerechten Betreuung und Pflege von dementiell erkrankten Menschen.

Ein Aspekt der sanftMUTIG Strategie ist der Punkt " (Fast) Alles zulassen". Die Idee eines Patienten, Erdbeeren zu schälen, wurde zum plakativen Motto von wohlBEDACHT  e.V.  und ist auch auf der Rückseite der Rikscha angebracht.
Es animiert zum Schmunzeln und gibt doch auch Einblick in die Welt der Demenzerkrankung. Die Angebote von wohlBEDACHT werden stark nachgefragt und so sind weitere Projekte im Entstehen.
Die geduldige, umsichtige und bedürfnisorientierte Vorgehensweise in der Betreuung von Patienten wurde dann noch an einem Fallbeispiel eindrucksvoll erläutert. 
I
n der Diskussion wurde die Frage nach dem Pflegeschlüssel gestellt. Eine überraschende wie auch überzeugende Antwort. Die Anzahl der notwendigen Pflegekräfte wird flexibel rekrutiert entsprechend der Anzahl und Auffälligkeiten der betreuten Patienten. Nach Aussagen von Gerhard Sturm steht ein Stamm von 130 Pflegekräften zur Verfügung. Ein Kreis an Helfern, der sich über Jahre über persönliche Netzwerke und individuelle Erfahrungen mit Demenzerkrankungen gebildet hat und die sich alle wie eine große  Familie verstehen. Anzeigen nach Pflegekräften finden dagegen kaum Resonanz.
Weiterhin wurde in der Diskussion die Frage gestellt, wie sich der Verein finanziert. Die erbrachten Leistungen werden vergütet. Größere Vorhaben sind aber nur durch Extra-Zuwendungen möglich, z.B. von Stiftungen oder auch von privaten Förderern.
Zum Abschluss der Ausführungen wurde die Einladung ausgesprochen, die Einrichtung doch einmal persönlich zu besuchen....und vielleicht eine Fahrt mit der E-Rikscha zu unternehmen.
Weitere Informationen unter www.wohlbedacht.de

                       
                                                         Angeregte Gespräche                             Dank und Anerkennung des Präsidenten 



Sechster Clubabend am 18. Februar 2019 -  WaSH  ein richtungsweisendes Hilfsprojekt unseres Lions-Districts in Tansania


Das UNICEF Programm WaSH ist seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen unserer Lions Organisation.

WaSH steht für Zugang zu sauberem Wasser, zu menschenwürdigen Sanitäreinrichtungen und zu grundlegen Unterrichtung in Hygiene. Gerade auch in Afrika sind Millionen von Menschen davon betroffen.


Im Rahmen einer Initiative europäischer Lions hat sich unser District diesem Vorhaben verschrieben. In  einem Ort in der Region Kagera in Tansania ein erstes Projekt umgesetzt.

Hierüber berichtete District Governor  Hans-Ludwig Rau, der in diesem Projekt persönlich vor Ort mitarbeitet. 

 

                                                                                                                                       


In der Region Kagera leben  rund 5,5 Mio Menschen. In dem  Ort, in dem das erste Projekt realisiert wurde, ist nun eine Ursache für schwere Infektionskrankheiten behoben, haben allein über 1 200 Schulkinder erstmals Zugang zu sauberem Wasser.


Hans-Ludwig Rau berichtete über die Installation von Auffangvorrichtungen für Regenwasser, speziell an Dächern, und den Bau von Zisternen, in denen dieses Wasser gespeichert wird. Mithilfe eines Filtersystems PAUL wird dann das Wasser dekontaminiert. Für H.-L. Rau immer wieder ein bewegender Anblick  - das Bild eines Mädchens, das mit dieser Lions Anlage zum ersten Mal Zugang zu sauberem Wasser  hat. 


                                                          

                                                                Rahmenbedingungen                                                                 Anlage Trinkwasser                                                 "Zapfstelle" für sauberes Wasser


Auch der Bau von 30 Toilettenanlagen verlief reibungslos. Da keine Kläranlage vorhanden wurden Versitzgruben gebaut. Eigentlich ein System wie vor ca. 100 Jahren auch bei uns, vorwiegend im ländlichen Raum.


                                                    

                                                                         Rahmenbedingungen                                         Schema der Sanitäreinrichtungen                               Händewaschen - Grundregel der Hygiene


Die Schulung der Kinder und Erwachsenen in grundlegenden Frage der Hygiene erfolgt auf spielerischem Weg. Essentiell ist das Händewaschen. Dies wird mit Freude beachtet und befolgt.

                                                                                              

Die Zusammenarbeit mit den Einheimischen ist belohnend, so H.-L. Rau. Sie sind handwerklich geschickt, zuverlässig und sehr motiviert, mit diesen WaSH-Einrichtungen  Verbesserungen in ihr Leben zu bringen .

                                                                                                                   
                                                                                                                                               H.- L. Rau - Schulung vor Ort

Hans-Ludwig Rau wird dieses erfolgreiche WaSH Projekt u.a. auf dem LIONs International Congress im Juni 2019 in Mailand  als Projekt des D 111 BS vorstellen.

Auch nach Ende seiner Governorzeit wird er seine Arbeit in der WaSH Initiative fortsetzen, um auch zukünftig einen Beitrag zu leisten, weiteren Menschen in Afrika menschenwürdige Bedingungen zu ermöglichen.

                                                  

 
                                              
                                                            Einstimmung auf den Abend                                                               Mitreißender Vortrag                                            Dank des Präsidenten

                                                               


Langanhaltender Applaus und besonderer Dank von Präsident Dr. Herbert Bauer an  Hans-Ludwig Rau für dieses großartige Engagement  und den packenden Vortrag!

 




Business Dinner am 4. Februar 2019 - Vortrag über Chinas neue Seidenstraßen - nur Verbindungswege oder neue internationale Ordnung mit chinesischem Einfluß ?

Chinas neue Seidenstraßen sind ein großes Konnektivitätsprojekt  zur Verbindung von Asien mit Europa - über Straßen, Eisenbahnlinien sowie Häfen und Seewege.
       


Einige ergänzende Ausführungen aus dem Vortrag von Frau Dr. Wacker.
In Europa werden bereits rund 10 % der Häfen von China gemanagt. Und auch mit dem Hafen und der Stadt Duisburg wurde bereits eine "strategische Partnerschaft" für eine "smart City" abgeschlossen.
China plant, die Routen der Seidenstraße weiter nach Westen auszubauen, bis nach Island und Grönland (arktische Seidenstraße) 

Chinas Initiative zum Ausbau von Infrastruktur wurde zunächst positiv gesehen, stößt aber zunehmend auf Zurückhaltung. Indien war von Beginn an dagegen und plädierte früh gemeinsam mit den USA, Japan und Australien für einen  freien und offenen Indo-Pazifik-Raum.
Malaysia und Pakistan, zunächst große Befürworter, werden zurückhaltend. Aber China scheint auch einen Instrumentenkasten zu haben, mit dem sie Länder entweder locken oder unter Druck setzen kann.
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                      Nur Verbindungswege.. oder auch weltweite Einflußnahme                   Dr. Gudrun Wacker                                             Schlussfolgerungen
        


Ein Kritikpunkt jedenfalls ist die Verschuldungsfalle, in die Länder geraten können. Denn sie haben die Projekte selbst zu finanzieren, meist über chinesische Kredite mit beachtlichen Zinsen..
Eine Frage war, woher hat China die finanzielle Kraft für ein derartig gigantisches Projekt. Diese resultiert primär aus jahrelangen Handelsüberschüssen und entsprechend hohen Devisenreserven.

Auch in Deutschland habe ein Umdenken eingesetzt, vor allem durch das Investment Chinas mit Mehrheitsanteil in deutsche Firmen.  Deutsche Unternehmen können dagegen bei Joint Ventures in China höchstens 49 % Anteil haben. Für viele deutsche Unternehmen ist zur Zeit China noch einer der wichtigsten Märkte. Aber es besteht das Risiko, dass  in einigen Jahren durch einen Abfluss an Know How ihre Wettbewerbsfähigkeit leidet.

In der Diskussion wurde u.a. auch die Frage nach einem sich bildenden Mittelstand in China gestellt. Grundsätzlich sei er gegeben, so Frau Dr. Wacker, aber er sein von der Politik erfolgreich kooptiert worden. . Sorgen des neuen Mittelstandes ergeben sich vor allem durch Qualitätsprobleme  und Skandale wie bei Milchpulver oder Impfungen.
Die Digitalisierung ist eine primäre Strategie Chinas, aber viele Patente sind in USA. Hier scheinen sich Wettbewerbsbarrieren zu bilden.Die 5 Eyes USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland haben beschlossen, bei größeren Vorhaben in der Digitalisierung den chinesischen Telekommunikationsanbieter Huawei auszuschließen. Auch in Deutschland wird zur Zeit diskutiert, ob man Huawei  bei der Etablierung des 5 G Standards für Datenkommunikation mitbieten lassen will.
Ein Papier über den Umgang mit Chinas Seidenstraßeninitiative haben 27 Botschafter von EU-Mitgliedssaaten in China unterzeichnet. Ein wichtiger Punkt für zukünftige Zusammenarbeit wäre, dass  China dem Abkommen über öffentliche  Ausschreibungen in  der WTO beitritt und europäische Standards respektiert. .
Letztlich war noch die Frage, ob wir in Europa und Deutschland nicht doch nur mit Demokratien zusammenarbeiten sollten. Das wäre aber nicht zielführend, wenn es um die Lösung globaler Probleme geht - flexible Koalitionen wären hier sinnvoll und notwendig. .
Eine sehr sachliche Diskussion mit vielen interessanten Fragen, die weitere Einblicke und Sichtweisen aus der Erfahrung von Frau Dr. Wacker vermittelten.   
                                                                       
                                                                                 Nochmals großer Applaus und ein herzlicher Dank des Präsidenten im Namen aller Teilnehmer
Impressionen
        
     v.l. ISARA Vorsitzender Joachim Kuhagen         Schatzmeister Prof. Rupert Stettner     Int. Lions Repräsentant Daniel Isenrich (re)   Eine Säule des Lions Clubs - Sekretär Hermann Pointl (re.)
 Präs. Dr. Herbert Bauer, Clubmaster Peter Prasser                                                               und PR-Beauftragter Prof. Josef Nassauer (li)


    
                                               .....................................................Information und Wohlfühlatmosphäre beim Business Dinner .................................................................




Fünfter Clubabend am 21. Januar 2019 - Bildungssituation in Deutschland

Bildung ist das wichtigste Kapital für Deutschland - hoch industrialisiert, aber arm an Rohstoffen. Auf den ersten Blick scheint die Bildungsnation Deutschland bestens aufgestellt.
   
          
                        .........................Schulische Ausbildung..................                             Hörsaal Erstsemester                         Mangel an beruflicher Ausbildung

Josef Kraus, ehemaliger Direktor eines Gymnasiums und von 1987 - 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, warf jedoch einen kritischen Blick auf die Bildungssituation.
                                                                                       
                                                                                         
Die Schulnoten werden immer besser, die Anzahl der Abiturienten steigt kontiunierlich, aber die Leistungsfähigkeit läßt bisweilen zu wünschen übrig.   Ausbildung.                                             
So ist ein signifikanter Rückgang in der Rechtschreibkompetenz festzustellen. In einer Längsschnittstudie der Jahre 1972  bis 2017 der Universität Siegen  haben im gleichen  Diktat 
die heutigen Schüler einer 4. Klasse knapp 80 % mehr Rechtschreibfehler als 1972. Und auch nach dem "IQB Bildungstrend 2015" erreichen nur 68 % der Schüler den Regelstandard in der Rechtschreibung.
Auch der Wortschatz der Zehnjährigen hat deutlich abgenommen. Er hat sich von rund 1 100 Wörtern zu Beginn der 90-iger Jahre auf heute rund 700 Wörter reduziert.
Und auch das Wissen  zur jüngsten Geschichte ist teilweise alarmierend, wie eine Studie des "Forschungsverbundes SED Staat"" der freien Universität Berlin gezeigt hat .
" Jahr des Mauerbaus, Jahr der Wiedervereinigung ?" " Keine Ahnung" ist eine häufige Antwort.
Da wundert es nicht, dass  zahlreiche Schüler auch nicht mehr die Bedeutung unserer wichtigsten religiösen Festtage kennen.
Bildungsexperimente werden durchgezogen. Und wenn die Gesamtschule nicht funktioniert, wird sie in neuem Gewand als Gemeinschaftsschule präsentiert.

Wie schnell ein intaktes Bildungssystem an die Wand gefahren werden kann, zeigt das Bundesland Baden-Württemberg. Eine Legislaturperiode von 2011 bis 2016 unter anderer politischer Ausrichtung  hat gereicht, um das Land im IQB Ländervergleich der neunten Klassen von Platz 2 auf einen der letzten Plätze zurückzuwerfen. Ein ähnliches Ergebnis zeigt die die aktuelle IQB Grundschulstudie.

Dennoch die Schulnoten werden besser auch jene mit einer "1,.."und die Anzahl der Abiturienten wächst. In Deutschland gab es 1996 rund 267 00 Studienanfänger, im Jahr 2016 waren es schon 506 000
Aber Studienberchtigung ist nicht gleich Studienbefähigung.
Schließlich hat Josef Kraus den Irrweg des Egalitarismus noch etwas genauer erläutert. Es ist der Irrglaube, dass alle Menschen gleich seien oder gleich zu konditionieren seien.
Aber Schule ist keine Institution zur Erzielung von Gleichheit, sondern zur Förderung von individueller Begabung. Das Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit ist nicht aufzulösen.
Kraus zitierte ein Wort von Alexis de Toqueville( 1835). "Freiheit erliege gern der Gleichheit, weil Freiheit mit Opfern erkauft werden müsse und weil Gleichheit ihre Genüsse von selbst darbiete."
Ein Bildungssystem sollte sich trotz aller Skandalisierung von Ungleich an der Freiheit orientieren, an der Vielfalt von Menschen.  Egalitäre Schulpolitik erzielt vermeintliche Gleichheit nur durch
die Absenkung des Anspruchsniveaus.

Interessante und von Josef Kraus mit voller Überzeugung vorgetragene Erläuterungen, die große Resonanz fanden und zu einer angeregten und lockeren Fragerunde führten.

                                        
                                                                            ................Interessierte Teilnehmer.......

            
                   .......................................................Angeregte Fragerunde...........................................                                                     Dank des Präsidenten

Vierter Clubabend am 12. November 2018  - Migration und Asylverfahren

Migration ist der Oberbegriff für Wanderbewegungen von Menschen in andere Regionen oder Länder. Meist ist die Zuwanderung nicht ungehindert möglich und erfordert die Beachtung der Länder spezifischen gesetzlichen Regelungen. Vielfach ist es notwendig, einen Asylantrag zu stellen.
    
           


  In Deutschland ist für deren Bearbeitung das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF zuständig. Die Prüfung und Bewertung unterliegt den strengen Regeln der Verwaltungsgerichtsbarkeit.

Einen Eindruck von der aktuellen Situation liefert ein Auszug aus einer Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, Bau und Heimat vom 10. Oktober 2018, dem das BAMF zugeordnet ist.
Auf diese Pressemitteilung nahm Reinhard Senftl in seinem Referat Bezug.
                                                
                                                                       

Im Zeitraum Januar bis September 2018 wurden 142 200 förmliche Asyl-Anträge gestellt, 15,5 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Die Hauptstaatsangehörigkeiten der Antragsteller verteilten sich wie folgt:
Deutlich an der Spitze Syrien  (35 200), gefolgt von Irak (13 800), Afghanistan (9 400) , Nigeria (8 880 ), Iran und Türkei. Mit Abstand folgen Eritrea, Somalia und Russische Föderation.

In diesem Zeitraum hat das BAMF über die Anträge von 169 500 Personen entschieden, 67 % weniger als im Vergleichszeitraum 2017.
28 700 Personen wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention zuerkannt. Darunter waren 1 260 Personen, die als Asylberechtigte anerkannt wurden sowie
26 580 Personen, die Flüchtlingsschutz erhielten. 19 350 Personen wurde subsidiärer Schutz zugesprochen
Darüber hinaus hat das  BAMF bei 7 785 ein Abschiebungsverbot festgestellt.
Abgelehnt wurden die Anträge von 59 500 Personen. Anderweitig erledigt haben sich die Anträge von 54 000 Personen.
Der Antragsstau konnte auf ca. 60 000 noch unerledigte Anträge abgebaut werden durch eine signifikante Aufstockung von Mitarbeitern beim BAMF in den vergangenen Jahren.
Fazit von Reinhard Senftl: Die Anzahl an neuen Asylanträgen ist zur Zeit deutlich zurückgegangen, dennoch gilt Deutschland weiterhin als Einwanderungsland.
Das reflektieren auch zwei Zahlen aus Bayern. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2018 wurden in Bayern 17 000 Asylanträge gestellt.
In München haben von den 1,52 Mio Einwohnern bereits 420 000 einen ausländischen Pass, also 27,5 %.
Diesen interessanten Ausführungen schloss sich eine intensive Fragerunde an. Die erste Frage galt absehbaren Auswirkungen  einer Unterzeichnung des UN-Migrationspaktes.
Reinhard Senftl erläuterte, dass dieser Pakt völkerrechtlich zu sehen ist und somit keine verbindliche Rechtswirkung hat. Diese tritt aber ein, sofern z.B. die Grundlage des Paktes für EU Recht 
herangezogen wird.
Schließlich wurde gefragt, wie anberaumte Anhörungen verlaufen, wenn die Antragsteller auf Asyl gar nicht erscheinen. Die klare Antwort -dann wird nach Aktenlage entschieden
Schließlich galt eine Frage dem Engagement von Rechtsanwälten. Es ist naheliegend , dass diese alle rechtsstaatlichen Mittel zugunsten der Antragsteller ausschöpfen wollen, denn diese Tätigkeit
stellt zweifellos eine gute Einnahmequelle dar. Schließlich wurde nachgefragt, wie vertrauenswürdig die Dolmetscher seien, die teilweise in sehr ausgefallenen Sprachen übersetzen müssen. 
Reinhard Senftl ist überzeugt, dass diese ihre Aufgabe sehr ernst nehmen, denn es ist für diese vielfach die einzige und zugleich attraktive Einnahmequelle.
Die  Fragerunde bildete einen perfekten Abschluss dieses interessanten Clubabends und es gab nochmals viel Beifall für den Referenten, VP Reinhard Senftl vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.
    
                                  ................................ Impressionen .....................                                                             .................... Angeregte Fragerunde .................                         Reinhard Senftl u. Dr. Herbert Bauer



Dritter Clubabend am 22. Oktober 2018 – Abschaffung des Bargeldes im Euro Raum?

Prof. Dr. Gerald H. Mann, Dozent für Volkswirtschaftslehre an der FOM in München, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Bargeld. Er ist Co-Autor des Buches „Bargeldlos“ und bekannt
durch zahlreiche Interviews und Redebeiträge im Fernsehen.


         
                    Vorbereitung und Einstimmung                                            Video Beitrag zu Bargeld aus der Tagesschau               Vision - In der Hand implantierter Chip  für elektr. Bezahlung

In seinem Vortrag  benannte er die treibenden Kräfte des Interessensverbundes, der eine Abschaffung des Bargeldes verfolgt: EZB, Banken und Regierungen.

Die allgemeinen Ziele sind die Erhöhung der Effizienz von Zahlungsvorgängen, Gewinninteressen und politische Interessen.

Ohne Bargeld sind  Staatsschuldenkrisen länger durchzustehen, das Risiko eines „Bank-run“ durch Sparer wird weitgehend eliminiert. Zudem haben  Finanzdienstleister  Chancen auf höhere Gewinne.
Schließlich kann sich auch niemand absehbarer Negativzinsen entziehen. Ein Niveau von -6% wird schon angedacht.

Das ist eine gefährliche Entwicklung, wenn Geld nichts mehr kostet. Diese Strategien gehen vorbei an den Interessen der Bürger.

Schon heute werden in der Kommunikation als Vorteile der Abschaffung von Bargeld die bessere Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Terrorismus genannt.
Aber hierzu gibt es erste Studien, die dies stark in Zweifel ziehen. Zudem sollten Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit eingedämmt werden. Wer sollte gegen diese Ziele sein können?

Was wären  die Folgen für die Bürger? Verlust an Freiheit und Anonymität im gesamten Zahlungsverkehr. Die staatliche Kontrolle wird ausgebaut. Datenschutz steht nicht an oberster Stelle.
Vor allem aber resultieren große Risiken durch Cybercrime und Cyberwar, die Wirtschaft und Handel temporär lahmlegen können.
Allein dieser Aspekt wäre schon ein Grund, sich gegen die Abschaffung von Bargeld auszusprechen, so Prof. Mann.

Abschaffung von Bargeld verspricht  Machtzuwachs für die genannten Interessenspartner. Widerstand ist zu erwarten. Deshalb dürfte sich ein schrittweises Vorgehen wie in Schweden abzeichnen
mit  einem kontinuierlichen Zurückdrängen von Bargeld.


Der Einstieg in den Ausstieg ist schon erfolgt. Für Bargeldzahlungen soll  eine Obergrenze von 5 000 Euro eingeführt werden, 500 Euro Scheine sollen vom Markt genommen werden.

Ausweichmöglichkeiten hat der Bürger nur wenige  (Währungen anderer Länder, Kryptowährungen, Edelmetalle etc.). Aber der Staat wird versuchen, diese Möglichkeiten zu unterbinden.

Was bleibt ist ein weiteres Festhalten am Bargeld auf breiter Ebene. In Deutschland werden rund 75 % der Zahlungsvorgänge und rund 50 Prozent des Geldvolumens unverändert über Bargeld bestritten.

Nützlich ist auch eine Unterstützung von politischen Gruppierungen, die sich für die Beibehaltung von Bargeld aussprechen bis hin zu breit gefächerten Berichten in den Medien

 Die Ausführungen von Prof. Mann wurden mit großem Interesse verfolgt und führten zu einer angeregten Diskussion, die noch in individuellen Gesprächen fortgesetzt wurde.
Ein Clubabend mit großem Informationsgewinn für alle
                                       
                                            
                                                                    Dank an den Referenten                                                 Eröffnung der Diskussion
 

   
                                                  ....................................................         Impressionen      ................................................................



 



Zweiter Clubabend am 8. Oktober 2018 - Ehrenamt - Besetzung leitender Funktionen eine Herausforderung

Wolfram Vaitl-Gloo hat in seinem Vortag Gründe für die Schwierigkeiten bei der Besetzung von leitenden Funktionen im Ehrenamt beschrieben, aber auch Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt.

Zielsetzung des Vortrages war es auch, zu diesem uns alle interessierenden Thema Ehrenamt eine breitgefächerte Diskussion zu initiieren und dies ist voll gelungen.

                                                                 
                                                                    Präsident Dr. Herbert Bauer eröffnet die Diskussion mit dem Referenten Wolfram Vaitl-Gloo

In einem ersten Beitrag wurde hinterfragt, warum das politische Ehrenamt ausgeklammert wurde, in dem doch so viel für die Gesellschaft geleistet wird. Vaitl-Gloo stimmte dem zu.
Er ging in seinem Vortrag nur deshalb nicht auf das politische Ehrenamt ein, da es dort in der Regel stets Bewerber und Kandidaten gibt.

In der Wortmeldung wurde zudem angesprochen, dass im Mittelalter das Ehrenamt für Damen der höheren Gesellschaft durchaus zugänglich war.

Bezüglich spontaner Hilfeleistung wurde auch an die schrecklichen Kriegsjahre erinnert. Gerade nach Luft-Angriffen auf die Zivilbevölkerung in den Städten haben viele Bürger Verletzte
und Verwundeten nach besten Kräften versorgt

Bezüglich leitendem Ehrenamt wurde dann noch erwähnt, dass es wichtig sei, dieses nicht zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten.

In einem weiteren Beitrag wurde das Thema Seelsorge angesprochen, speziell die Telefonseelsorge. In der  Diözese München–Freising werden von einem hauptamtlichen Koordinator
200 ehrenamtliche Telefonseelsorger betreut. Extrinsische Wertschätzung ist sehr wichtig. Diese Kräfte gilt es zu "pflegen". 
Aber auch die intrinsische Einstellung muss stimmen. Die Überzeugung vom Wert ihrer Tätigkeit für Hilfe suchende Anrufer ist essentiell 

Für die Ausbildung dieser Kräfte wird auch ein beachtliches finanzielles Engagement erbracht.

Bezüglich bürokratischer Regelungen wurde aus dem Vortrag der Aspekt des Fischens aufgegriffen. Selbst in einem auf den ersten Blick einfachen Themenkreis wie dem Fischen sind
Regeln wichtig, sonst gäbe es bald keinen ausreichenden Fischbestand mehr in unseren Flüssen und Seen.

Bezüglich Unterstützung von Vereinen durch die Politik wurde ein spezielles Thema adressiert. Die Ausrichtung festlicher Aktivitäten ist für viele Vereine eine unverzichtbare Einnahmequelle.
Finden diese im öffentlichen Raum statt, haben sie meist auch großen Publikumszuspruch und sind häufig über Jahre zu einer Tradition in einer Region geworden. Ehrenamtliche sind aber vielfach
nicht mehr in der Lage, die Verantwortung für die immer strenger gewordene Sicherheitsvorkehrungen zu übernehmen. Traditionelle Veranstaltungen gehen so vereinzelt für die Bevölkerung schon
verloren. Es müßte doch von Seiten der Politik möglich sein, für wenige in Frage kommende Veranstaltungen in geringem Umfang Polizeikräfte zur Gewährleistung der Sicherheit abzustellen.
Bei Fußballspielen in höheren Ligen geht das jedes Wochenende. Diese Überlegung wurde positiv aufgegriffen und dürfte Eingang in den Diskussionskatalog mit der Politik finden.

Bürgerliches Engagement und Ehrenamt sind nicht klar zu trennen. Und auch innerhalb des Ehrenamtes gilt es zu differenzieren. Es gibt Ehrenämter, die unentgeltlich ausgeführt werden,
aber auch solche, die mit guten Aufwandsentschädigungen ausgestattet sind. Wenn man von diesen mehrere bekleidet, könne man ganz gut davon leben.

Wolfram Vailt-Gloo bestätigte diese Einschätzung eines Diskussionsteilnehmers, merkte aber auch an, dass er in seiner Tätigkeit als Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und
Landespflege e.V. auf eine Aufwandsentschädigung verzichtet und diese Funktion unentgeltlich ausübt. Er hat hierfür die finanzielle Freiheit und auch den Rückhalt durch die Familie.

Dies war ein passender Abschluss der Diskussion, die Präsident Dr. Herbert Bauer gekonnt zusammenfasste. Er überreichte Wolfram Vaitl-Gloo zum Dank für seine Ausführungen ein kleines Geschenk
aus dem Weinbau.


  
                    Angeregte Gespräche der Teilnehmer                                                       Diskussion mit dem Referenten                                                                              Geschenk des Präsidenten



Erster Clubabend am 24. September 2018 - Homonisation wie der Mensch zum Menschen wurde

 

Nach Wikipedia wird als Homonisation ( Anthropogenese) die evolutive Herausbildung des Merkmalsgefüges bezeichnet, das für den anatomisch modernen Menschen ( Homo sapiens) charakteristisch ist.

                                 

 Prof. Kreutzberg beschrieb  wesentliche Etappen der Zufälle  und Notwendigkeit dieser Erfolgsgeschichte der Evolution.                                    

Er  stellte zunächst die rekonstruierten Gesichtszüge von Hominiden und Vormenschen vom Australopithecus afarensis über den Homo erectus bis zum Homo neanderthalensis aus der Ausstellung im Hessischen Landesmuseum vor.
Aus dem Bild und einem gezeigten Diagramm wurde die Entwicklung des Hirnvolumens vom Homo forensiensis (mit 400 ccm), Homo erectus (mit 1.000 ccm), Homo neanderthalensis (mit über 1.400 ccm) bis schließlich zum Homo sapiens (mit weit über 1.400 ccm) aufgezeigt.


                                                       


Ausgangspunkt für die Entwicklung war vor 2,4 Mio. Jahren eine Mutation, die zum Ausfall eines Gens führte, das für die Präsenz eines besonders belastbaren Myosins in den Muskelzellen des Unterkiefers sorgte. Der Ausfall dieses MYH1-Gens bedeutete eine markante Verkleinerung der Kaumuskulatur und des Unterkiefers.  Damit verbunden war eine erhebliche Reduktion der Ziehkräfte durch die Muskulatur am Schädel. So konnte sich der gesamte Schädel vergrößern und Platz für das Gehirnwachstum schaffen. Als Nebeneffekt ergab sich aus einer spitzen Affenschnauze ein flaches Menschengesicht.

Neu in der Evolution des Menschen waren Körperbau und aufrechter Gang, Hirnwachstum, Ernährung, freie Hände (Werkzeuge, Schmuck, Kunst, Oker), gesenkter Kehlkopf (Phonation, Sprache), die zur Lebensverlängerung und zum „Social animal“ führten.

Herr Prof. Kreutzberg zeigte anhand seiner Folien die Entwicklung der Scheitellappen des Neandertalers und des Homo sapiens auf. Durch die Vergrößerung der Hirnmasse ging auch eine verbesserte Gehirndurchblutung  (Thermostat im Kopf) beim Homo sapiens einher.

Der Forscher Evan E. Eichler entdeckte, dass vor 280.000 Jahren eine Mutation (Verdoppelung) des Chromosons Nr. 16 (BOLA2) stattfand, die zu einem verstärkten Eisenstoffwechsel (wie EPO-Doping) führte und dadurch die Ausdauer des frühen Menschen erhöhte, was ihm bei der Verfolgung des Wildes erheblich unterstützte.

Interessante Einblicke in die Entwicklung des modernen Menschen zeigen besonders die Funde in der Blombos-Höhle in Südafrika. U.a. wurden Funde von durchbohrten Meeresschneckenschalen und Ritzzeichnungen auf Steinkeilen (Miniklingen) gefunden, die, gepaart mit der Verwendung  von Ocker (Silikat, das mit 400 Grad erhitzt wurde), von ersten Andeutungen von der künstlerischen  Tätigkeit von Menschen zeugt und auf das Vorhandensein von großer Ästhetik hinweist.

Es gab zudem nicht nur eine Auswanderung aus Afrika (out of africa), sondern auch eine Rückwanderung aus Asien nach Afrika (ca. 80.000 Jahre später).

Die Höhlenmalereien (in Frankreich und Spanien – sog. Jägerkunst), älteste Figurendarstellungen (Venusfiguren), Knochenflöten und Begräbnisse mit Ockerfarben dokumentieren die künstlerischen Fähigkeiten in der Gemeinschaft.

Die moderne Bildgebung  der linken und rechten Hirnhälfte enthüllt, welche Gebiete des Großhirns bei der Anfertigung simpler und zusätzlich beim Herstellen anspruchsvoller Steingeräte aktiv sind.  Selbst für das Oldowan-Werkzeug, wie die ersten Menschen es schon vor mehr als zwei Millionen Jahren schlugen, sind verschiedene Hirnregionen gefordert. Für einen Faustkeil zum Beispiel, der den Menschen vor 50.000 Jahren im späten Acheuleen perfekt gelang, werden mehrere Gehirnareale beansprucht.

Ferner wurde die soziale Evolution durch besondere Eigenschaften des Gehirns gefördert (Theory of Mind: Mentalisieren, Spiegelneurone, Spindelzellen im ACC). Von der Vokalisation zur Sprache durch das FoxP2 Gen (seit 200.000 Jahren - sog. „Sprachgen). Damit einhergingen die Mimik und der Gesichtsausdruck, Handgestik und der Tanz.  Weitere Persönlichkeitsgene wie dopamine receptor D4 (D4DR) und Neugier-Verhalten ergänzen den modernen Menschen.

Der moderne Mensch besitzt noch 2% bis 3 % der Gene des Neandertalers (31 Immungene, 7 Hautpigmentgene – z.B. die heutige Hautfarbe).

Die Anthropologen rätseln seit Jahrzehnten, ob Neandertaler (Ur-Europäer) und moderne Menschen vor Jahrtausenden gemeinsame Nachkommen gezeugt haben.

                                                              
Eine wahrlich beeindruckende Entwicklungsgeschichte über 2,4 Mio Jahre.

 

 


Aktuell Lions-Jahr 2017/2018 - Clubabende 2018
Clubabend am 11. Juni 2018 -  Rundfunk im Wettbewerb der Medien

Mit Bezug zu den Erläuterungen auf dem Clubabend ist es sicher hilfreich, Kernpunkte des Rundfunkstaatsvertrages aufzuzeigen. 

                
                                                  .......................................................................................Kontroverse Debatte in der Medienpolitik.......................................................................
                                                           
Der Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien (kurz Rundfunkstaatsvertrag oder RStV) ist im Recht  der Bundesrepublik Deutschland ein Staatsvertrag zwischen allen 16 deutschen Bundesländern, der bundeseinheitliche Regelungen für das Rundfunkrecht schafft. Neben dem eigentlichen Rundfunkstaatsvertrag umfasst das Rundfunkrecht unter anderem den ARD-Staatsvertrag, den ZDF-Staatsvertrag, den Deutschlandradio-Staatsvertrag, den Rundfunkbeitragsstaatsvertrag und den Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag. Zu den seit März 2007 im Rundfunkstaatsvertrag ebenso geregelten Telemedien enthält z. B. das Telemediengesetz (TMG) des Bundes weitere Regelungen.

Regelungsgebiete - Inhalte sind unter anderem:
das duale Rundfunksystem (Koexistenz von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk)
Auftragsdefinition für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
die Dauer und Form der Rundfunkwerbung (Fernseh- und Radiowerbung)
das Recht auf Kurzberichterstattung
die Überwachung der
Medienkonzentration
die Einführung und Nutzung von analogen und digitalen Übertragungsverfahren
(zum Beispiel von
DAB, DVB-T und weiteren Verfahren, zum Beispiel digitalem Rundfunk)
Vorschriften zu inhaltlich geprägten Telemedien
Einteilung der Sender in die mit Vollprogramm und die mit Spartenprogramm

Der Rundfunkstaatsvertrag regelt in § 2 Abs. 1 unter anderem auch den Begriff des Rundfunks: „Rundfunk ist ein linearer Informations- und Kommunikationsdienst; er ist die für die Allgemeinheit und zum zeitgleichen Empfang bestimmte
 Veranstaltung und Verbreitung von Angeboten in Bewegtbild oder Ton entlang eines Sendeplans unter Benutzung elektromagnetischer Schwingungen. Der Begriff schließt Angebote ein, die verschlüsselt verbreitet werden oder gegen
besonderes Entgelt empfangbar sind.“ Diese Definition schließt also sowohl drahtlose wie drahtgebundene Übertragung ein und auch die Übertragung durch paketorientierte Medien wie das Internet. Relevant ist , dass die Inhalte nicht
wie die normaler Webseiten zu jedem beliebigen Zeitpunkt abgerufen werden können, sondern nur zeitgleich mit ihrer Verbreitung".
Innerhalb der Bundesländer wird der Rundfunkstaatsvertrag durch die jeweiligen Länderparlamente als Zustimmungsgesetz im Landesrecht umgesetzt.


       
                              ...............................................Interessante Diskussionen auf dem Clubabend.................................
                                                          

In der Diskussion wurde in einem Beitrag Verständnis gezeigt für eine eventuell notwendige mäßige Anhebung der Rundfunkbeiträge, da von den Sendeanstalten auch technische Innovationen zu finanzieren sind.
In einer anderen Anmerkung wurde darauf verwiesen, dass Kosteneffizienz nicht nur bei Programminhalten angestrebt werden sollte. Bei einem breit gefächerten Vertrag mit allen 16 Bundesländern erscheint es heute in einer Zeit digitaler
Medien nicht mehr notwendig, in allen Bundesländern zahlreiche Sender zu unterhalten. Hier könnten durchaus auch strukturelle Einsparungen möglich sein.

Ein weiterer Diskussionsbeitrag nahm nochmals Bezug auf die grundsätzliche Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Es ist essentiell für eine Demokratie, ein breites objektives Informationsangebot zu haben. Dieser Auftrag
wurde über die Zeit vernachlässigt. Informationen und Meinungen werden nicht mehr klar getrennt. Vielfalt ist meist nur über Spartenprogrammen gegeben. Unterschiedliche Meinungen zu  komplexen Themen werden im Fernsehen kaum mehr diskutiert. Zahlreiche Talkrunden sind mehr Inszenierungen.
Es wäre essentiell, ausgehend von der Spitze der Sendeanstalten  wieder attraktive Programminhalte zu konzipieren, die Kunden mittel- und langfristig binden und nicht nur kurzfristig auf die Einschaltquote zielen. Wenn es gelingt,
die Kunden mittleren Alters inhaltlich anzusprechen und die Jugend zu gewinnen, dann hat der öffentlich- rechtliche Rundfunk auch eine Zukunft und wird seinem Auftrag eines breiten Informationsangebotes gerecht.
Dessen ungeachtet bleibt für jeden Bürger die Aufgabe, sich über verschieden Kanäle breit zu informieren und bei der Nutzung digitaler Medien Echo-Effekte zu vermeiden, um sich einen ausgewogenen Informationsstand zu komplexen
Themen zu verschaffen.
Es war ein interessanter Abend mit Prof. Kreile mit Impulsen und Einblicken, die jeder gut gebrauchen kann bei der Nutzung des großen Angebotes an Informationen.

  •         
  •                                Heitere Begrüßungsworte                                                                                       Gute Stimmung

  •         
  •                              Harmonie auch im Outfit...                                                  Aus und vorbei.............ein Lions-Jahr spannender Clubabende

  • Clubabend am 28. Mai -  Amoklauf OEZ  München Juli 2016 - Auswirkung der Medien

    Jede Krisensituation hat ihre eigene Handschrift. Es sind jedoch bei den Rettungskräften Einsatz-Szenarien entwickelt und mit entsprechenden Strategien für das Vorgehen hinterlegt..
    Auch dieser Amoklauf konnte trotz des erstmaligen Charakters einem solchen Szenarium zugeordnet werden und hat maßgeblich das überlegte und professionelle Vorgehen der Einsatzkräfte bewirkt.
    So war die Situation am OEZ nach rund einer Stunde weitgehend im Griff.
    Die offiziellen Pressestellen der Polizei und auch der Rettungskräfte hielten sich mit Meldungen sehr zurück, so lange Informationen nicht eindeutig gesichert waren.
    Aber dann kam es zu einer fatalen Entwicklung, verursacht durch  soziale Medien. Auslöser war der Post eines Studenten mit einem angeblichem Bild von der teilweisen Verwüstung in einem der Geschäfte des OEZ. Aber es war Fake News. Wie sich später herausstellte ein Bild von einem Einkaufszentrum aus Südafrika aus dem Jahr 2015. Es wäre für ortskundige zu erkennen gewesen, denn auf
    dem Bild waren deutlich Tragsäulen  zu erkennen, die es im OEZ nicht gibt.
                              
           
                   Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble                                         Gepostetes Fake Photo                                            Verlauf der Informationslawine auf Twitter

    Aber SAT 1 war gerade auf Sendung und hat diese Meldung sofort aufgegriffen, um Erster zu sein im Medienwettstreit.
    Man erinnere sich dabei an eine Aussage von Siegmund Gottlieb, den langjährigen Chefredakteur des BR, der meinte:" Be first - but first be sure". Dies war hier nicht der Fall.

    Die "Authorisierung" der Meldung durch einen Fernseh-Sender befeuerte eine Informationslawine im Internet, primär über Twitter.
    Phasenweise gingen bei der Polizei 1 400 Tweets / min ein ! 

    Die Frage war, wie kann hier wieder die Meinungsführerschaft gewonnen werden.  Vor allem aber wie ist Hinweisen nach einer möglichen Ausdehnung des Amoklaufs nachzugehen.
    Denn es kam immer mehr Hektik und Dynamik in Twitter auf mit ersten Meldungen über vermeintliche Schießereien auch  im Zentrum der Stadt. 
    Dies war nicht auszuschließen - der oder die Täter waren noch nicht gefaßt, es war Terroralarm ausgelöst, Terroranschläge aus Frankreich und Belgien zeigten, dass Attentäter durchaus versuchen
    könnten, an verschiedenen Orten zuzuschlagen.
    Um 18.55 Uhr meldete dann die Polizei Schießerei am Stachus.                     

                                            

    Um 19.30 Uhr dann Anordnung von Eigenschutz für die Rettungskräfte, d.h. nur noch von der Polizei gesicherte Brennpunkte anzufahren.
    Und die Bereitstellungsräume wurden mit Rettungsfahrzeugen und Hubscharubern  vorsorglich weiter aufgefüllt.

    Bis 20.45 Uhr gingen dann Meldungen über eine Vielzahl von Schießereien ein, u.a. auch im Umfeld des Hofbräu-Hauses.
    Es wurden Plätze weiträumig abgeriegelt und auch Zugänge zur U-Bahn gesperrt. Dennoch begegneten zahlreiche Passanten in den Straßen schwer bewaffneten Polizisten - dies in einer unübersichtigen Lage - 
    sind aber den Anweisungen diszipliniert gefolgt 
        
          

    Erst um 22.30 Uhr erging dann sichere und offizielle Meldung: es war ein Einzeltäter, er ist erschossen. Es besteht keine weitere Gefahr.

    Welche Lehren wurden aus diesem fatalen Medien-Verhalten gezogen? Offizielle Sender und im Nachgang auch Print-Medien wurden bei der Berichterstattung  zurückhaltend.
    Das zeigte sich schon wenige Wochen später bei einem versuchten Terroranschlag in Ansbach.
    Zudem kam es zu einem Projektverbund der Rettungsleitstellen in großen Städten wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und München. Die nicht am Einsatz beteiligten Städte überwachen für ihre Kollegen
    bei großen Kriseneinsätzen die Entwicklung im Internet, um z.B. auf Twitter mit abgesicherten Meldungen  gegenzusteuern.

    Mit diesem hervorragenden Vortrag von  Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble haben wir über die Dimension und Wirkung sozialer Medien in Krisensituationen erfahren und schlüssig die Zusammenhänge erkannt, warum es beim Amoklauf im OEZ zu einem derartigen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften auch im Zentrum der Stadt kam.
    Dieser authentische Vortrag mit hohem Informationsgewinn war für uns alle wie ein Geschenk...und dem Referenten wurde mit herzlichem Beifall gedankt..

        
       Zahleiche Teilnehmer bei sommerlichen Temperaturen                  Hervorragender Referent                                 Interessierte, aufmerksame Zuhörer                                                        Angeregte Diskussion





    Clubabend am 14. Mai - Was ist Industrie 4.0

    Industrie 4.0 ist ein Synonym für die bereits laufende  4.industrielle Revolution. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung von Software und Mikroelektronik werden neue Dimensionen  technischer Möglichkeiten erschlossen - künstliche Intelligenz einzelner Systeme wie bei der beschriebenen Beinprothese oder hochauflösende Bilderkennungssysteme in der Diagnostik oder  Vernetzung von Anlagen zu "smarten" Fabriken, von autonomen Fahrzeugen zu "smart mobiltiy" oder von technischen Geräten in der Medizin  zu "smarten Krankenhäusern".
     
                                                     
                 
                            Dr. Christian Platzer                        Über Software vernetzte ...... Fabrik                                     ...........   Krankenhäuser                                       ........          Mobilität in Städten

    Eine Grundlage hierfür bildet die kontinuierliche, rasante Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit von Rechnereinheiten.
    Konrad Zuse hat 1943 die erste funktionsfähige Rechenmaschine entwickelt, mit 1 Rechenoperation pro Sekunde. Über die Jahrzehnte ist es gelungen, alle 5 Jahre die Rechenleistung  solcher Hautprozessoren ( Central Processing Units CPU) um den Faktor 10 zu erhöhen. Das heißt auch, bei gleicher Rechenleistung läßt sich das Bauteil auf einem Zehntel der ursprünglichen Größe realisieren. So können heute hochleistungsfähige Mikroprozessoren, die alle Prozesseinheiten auf einem Mikrochip vereinen, mit kleinsten Abmessungen hergestellt werden, z.B. für die beschriebene Beinprothese.

                                          
                                                            Konrad Zuse mit der Z 3                                                     Mikroprozessoren heute

    In den 75 Jahren seit 1943 ist die machbare Rechenleistung also auf 10 hoch 15 Rechenoperationen / sek. angestiegen.
    Nach Dr. Platzer ist auch in den nächsten 30 - 40 Jahren noch kein Ende dieser Entwicklung abzusehen. Auch wenn atomare Begrenzungen eine physikalische Limitierung der weiteren Miniaturisierung nahe legen, so könnten andere Phänomene wie Quantencomputing diese Entwicklung noch weiter fortsetzen.
    Mit diesen leistungsfähigen Mikroprozessoren und kontinuierlich weiterentwickelten Algorithmen in der Software können große Datenmengen in kurzer Zeit analysiert und verarbeitet werden, weit über menschliche Fähigkeiten hinaus. Dies eröffnet ungeahnte Möglichkeiten - selbst lernende Systeme ( künstliche Intelligenz ) oder die Erschließung neuer Möglichkeiten in der Produktion durch die Vernetzung bestehender wie auch neuer Anlagen.
    Die Menge an generierten und verfügbaren Daten wird weiter ansteigen, obwohl sie sich schon heute in einer astronomischen Größenordnung  von Zetabytes, also 10 hoch 21 Daten bewegt. 
    Schließlich nehmen auch die Datenübertragungsraten kontinuierlich zu.
    Durch dieses Zusammenspiel, vor allem aber auch kontinuierliche Weiterentwicklung von innovativer, anwendungsspezifischer Software, zeichnen sich vollkommen neue technische Möglichkeiten ab.
    Dr. Platzer hat es so formuliert: "In Industrie 3.0 wurde primär die Hardware von Anlagen weiterentwickelt und mit Standard Software betrieben. Bei Industrie 4.0 werden primär bestehende Anlagen mit neuer Software zu neuen Leistungsmerkmalen befähigt ".
    Abschließend präsentieret Dr. Platzer noch ein herausragendes Beispiel für künstliche Intelligenz eines Roboters anhand des in Asien beliebten  Brettspieles "Go".
    Das Brett ist von  deutlich größerer Dimension  als ein Schachbrett und bietet ein Vielfaches an Optionen im Vergleich zu einem Schachspiel. Ein von Google programmierter Roboter hat  bereits nach wenigen Tagen den besten Go-Spielern Paroli geboten.
    Und der Roboter ist auch in der Lage, gegen sich selbst zu spielen und auch dabei zu lernen. Es wurden ihm nur die 4 Grundregeln des Go-Spiels einprogrammiert...und nach wenigen Tagen war er auf dem Niveau von Spitzenspielern.
                                                                                               
                                                                                                   
                                                                                                                               Roboter beim Brettspiel "Go"
                                                                                                                              
     
    Im direkten Wettstreit ist also  kaum zu gewinnen. Diese Erfahrung machte auch Schachweltmeister Gary Kasparow gegen einen Schachcomputer. Aber bei der Analyse der Züge des Computers hat er Strategien entdeckt, die er sich bislang nicht erschlossen hatte.
    Fazit  - wir können immer einen Vorteil aus Systemen mit künstlicher Intelligenz ziehen, wie auch aus vernetzter Produktion...es liegt an uns, es "intelligent" zu machen. 

    Ein exzellenter Vortrag von Dr. Christian Platzer, dessen Ausführungen uns noch lange begleiten werden, wann und wo immer wir Aspekten von Industrie 4.0 begegnen.

                                 
                                      VP Dr. Herbert Bauer stellt den Referenten vor                       Dr. Christian Platzer                    Dankesworte von Präsident Paul Hendrys



    Clubabend am 9. April 2018 - Die richtigen Führungskräfte finden

    Aufgabe eines Personalberaters ist es,  im Auftrag eines Unternehmens eine offene Stelle mit einem geeigneten Kandidaten zu besetzen.  Hierzu gilt es, die best möglichen Köpfe zu identifizieren - " zu jagen"- und für eine Arbeit im Unternehmen des Auftraggebers zu interessieren und letztlich zu gewinnen. 
                          
                                                        
                                                          Gerhard Schermutzki ......                                                                                                  ...die besten Köpfe finden                                                                              


    Gerhard Schermutzki ist selbständiger Personalberater und hat sich seit Jahren auf die Gewinnung von Führungskräften für die Personalabteilungen von Unternehmen spezialisiert. Zu seinen Kunden in Deutschland zählen zahlreiche Eigentümer geführte Unternehmen.
    Obwohl die Arbeit eines Personalberaters vielfach einen wichtigen Mosaikstein für den Unternehmenserfolg darstellt, gibt es bisher in Deutschland keine spezielle Ausbildung zum Personalberater. Deshalb gibt es auch große Qualitätsunterschiede bei den Personalberatern. Dies spiegelt sich z.B. wieder in einer Umfrage unter rund 1300 Vertretern von Firmen, von denen immerhin rund 60 % von Erfahrungen mit unseriösen Personalberatern berichteten.
    Deshalb ist es für einen Personalberater wichtig, sich durch seriöse und erfolgreiche Tätigkeit zu qualifizieren und sich einen entsprechenden Ruf zu erwerben.

    Zu den Qualitätskriterien zählen u.a.                       
    - profunde Kenntnis der Lage am Arbeitsmarkt,
    - Netzwerk an potentiellen Kandidaten, auch mit bestehendem Arbeitsverhältnis,                                                                                                                                                                                              
    - professioneller Umgang mit online Portalen wie Xing oder Linkedin,
    - meßbare Fehlerreduktion und Zeitersparnis gegenüber der normalen Personalbeschaffung eines Unternehmens
    - Diskretion und Image


         Wie arbeitet ein Personalberater?                                

          1. Einführungsgespräch zwischen Auftraggeber und PB: ca. 40 wesentliche Fragen werden diskutiert.
          2. Entwicklung eines Personalprofils für die gesuchte Person
         3. Online-Akquise (über XING, FACEBOOK und persönliches Netzwerk). Das Recruiting läuft immer stärker über diese Social Media Online-Plattformen (als neue Einkommensquelle).
         4. Kandidatensuche über online Plattformen wie XING, Facebook oder Linkedin, die immer mehr an Bedeutung gewinnen, sowie über persönliche Kontaktaufnahme zu potentiellen Kandidaten
            aus dem eigenen Netzwerk ( Direct Search, Executuve Search). Dabei ist es durchaus üblich, auch  Mitarbeiter der Konkurrenz anzusprechen und abzuwerben. 
           Absolute Verschwiegenheit von allen Beteiligten ist selbstredend gefordert.
        5. Kommunikation der besten Kandidatenprofile an den Auftraggeber und Vorbereitung von Interviews.
        6.Teilnahme an den Kandidaten-Interviews und gegebenenfalls Ausarbeitung einer Empfehlung an den Auftraggeber für die endgültige Entscheidungsfindung

    Trotz der zunehmenden Bedeutung von online Portalen im Umfeld der Besetzung von offenen Stellen ist Gerhard Schermutzki überzeugt, dass auch in Zukunft der Personalberater aufgrund seiner Erfahrung und seiner persönlichen Netzwerke und Kontakte eine bedeutende Rolle bei der Personalbeschaffung von Unternehmen spielen wird.

     

                                     
                                                      
                                                     Präsident Paul Hendrys begrüßt Gäste und Referent                                                         Head Hunting ??
                                                                                                             
    Clubabend am 26. März 2018 - Vererben mit Sinn und Verstand

    Dr. Wolfram Theiss strukturierte seinen Vortrag in 7 Punkte
    1 Kein Notfallplan  -  2 Kein Testament - 3 Heimliche  Nachfolge - 4 Selbstgestricktes Testament - 5 Berliner Testament - 6 Testierfähigkeit - 7 Erbschleicherei

    Vererben mit Sinn und Verstand erfordert in der Regel ein Testament, in dem der Erblasser seine Vorstellungen formuliert. 
    Dies ist wichtig, denn....

                                                       
                                                                   ....."Es gibt ein Leben nach dem Tod. Das Aufleben der Erben" so Dr. Theiss

    Bei der Abfassung eines Testaments gibt es  zahlreiche Aspkete zu berücksichtigen, um  sicher zu stellen, dass die Erbangelegenheit im beabsichtigten Sinn geregelt wird.
    Dazu einige Details zu den Punkten 3 - 6 .

    Heimliche  Nachfolge
    Manche Personen waren ein Leben lang gewohnt, Entscheidungen allein zu treffen.
    .
                                                     

    Diese neigen dazu, mit ihrer Erfahrung auch ein Testament allein ohne Rücksprache mit der Familie zu formulieren.
    Dr. Theiss machte an Beispielen deutlich, welche Probleme  auftreten können. Diese liegen häufig in einer nicht ausreichend präzisen Formulierung z. B. keine genaue Festlegung, wer Erbe ist
    und mit welcher Erbquote, oder Verwendung unklarer Formulierungen, z.B. "Mutter" - ist die Mutter der gemeinsamen Kinder gemeint oder die noch lebende eigene Mutter?
    Aber auch rechtliche Aspekte können nicht beachtet sein, z.B. Zugewinnausgleich/ Pflichtteilsanspruch der Ehefrau. Letztlich kann man so sein Lebenswerk in Gefahr bringen..
    Also es empfiehlt sich nicht, ein Testament allein zu erstellen. 
                                                                                 
    Selbstgestricktes Testament
    Auch ein selbst gefertigtes Testament unter Einbeziehung von Familienangehörigen kann zahlreiche Risiken in sich tragen, die zur Konsequenz haben können, dass die Erbfolge nicht so geregelt wird, wie vom Erblasser eigentlich gewollt.

                             

    Die Gründe  liegen auch hier oft in einer unzureichenden Präzision der Formulierungen.
    Dr. Theiss nannte diesbezüglich einige Beispiele, die zu unterschiedlicher Auslegung führen können. Ein Aspekt sind regionale Sprachgewohnheiten . "Mein letzter Wunsch wäre.." bedeutet im altbayerischen
    eine gebräuchliche Ausdrucksform für den Rechtsfolgewillen. Was der Erblasser als Zuwendung eines Nießbrauchrechts sieht, könnte auch eine Vorerbschaft sein. Barvermögen kann auch Sparkonten umfassen. Mit Bibliothek könnte unter Umständen auch ein Weinkeller gemeint sein. Zuwendung der gemieteten Wohnung kann möglicherweise auch als Zuwendung der Wertgegenstände in der Wohnung ausgelegt werden. Ein gravierendes Beispiel. Eine Erblasserin hatte in ihrem Testament 6 Personen als Erben eingesetzt. Das Oberste Bayerische Landesgericht kam aber aus den Formulierungen zu der Auffassung, dass nur zwei der Personen als Erben anzusehen sind, die weiteren vier nur als Vermächtnisnehmer.
    Deshalb die Empfehlung von Dr. Theiss : keine umgangssprachlichen oder missverständlichen Begriffe verwenden. Zudem genau definieren, was ein Sammelbegriff umfassen soll...und juristischen Rat einholen.

    Berliner Testament
                                          

    Zweck des Berliner Testaments ist es sicherzustellen, dass dem überlebenden Ehepartner der Nachlass des verstorbenen Ehepartners alleine zufällt. Dieses Ziel wird durch den Ausschluss der Nachkommen des Verstorbenen von der gesetzlichen Erbfolge erreicht. Ansonsten würden Kinder gleich miterben, so dass dem überlebenden Partner nur die Hälfte – bei Gütertrennung evtl. sogar nur ein Viertel – des Nachlasses bliebe, was dazu führen könnte, dass größere Vermögenswerte (vor allem gemeinsam erworbenes Haus- und Grundeigentum) vom überlebenden Ehepartner verkauft werden müssen. Auch hier gilt es natürlich auch alle Vorschriften exakt einzuhalten. Aber auch Weiterentwicklungen zu bedenken.

    Dr. Theiss stellte folgendes Beispiel vor. Ein Ehepaar verfasste  bereits in relativ  jungen Jahren ( 1975)  ein Berliner Testament. Der Überlebende wurde Alleinerbe. Die Erben des Überlebenden wurden zu gleichen Teilen Sohn und Tochter. Im Jahr 2000 stirbt die Ehefrau. Der Mann wird Alleinerbe.
    Über die Zeit kommt es zu einer Entfremdung von Vater und Sohn, während sich Tochter und Schwiegersohn liebevoll um den Vater kümmern. Im Jahr 2013 ändert dieser das Testament und setzt Tochter und Schwiegersohn als Erben ein. Der Sohn ging dagegen erfolgreich vor, denn das Testament aus 1975 hatte noch Bestand, da keine Öffnungsklausel vorgesehen war.... 

     

    Testierfähigkeit

    Hierzu erwähnte Dr. Theiss den Fall des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt, der kurz vor seinem Tod einen Großteil seiner Gemälde einem Museum in Bern vermachte. Eine Cousine erhob den Einwand,
    Cornelius Gurlitt sei nicht mehr testierfähig gewesen. Diesem Einwand wurde aber nicht stattgegeben und zahlreiche Gemälde gingen entsprechend dem Testament nach Bern.
     
                                                          

    Grundsätzlich machen übergangene Erben immer häufiger den Einwand geltend, dass der Erblasser wegen einer geistigen Einschränkung nicht mehr testierfähig gewesen wäre und das ihnen nachteilige Testament deshalb ungültig sei. Die Testierfähigkeit anzuzweifeln ist ein Dreh- und Angelpunkt, um ein Testament zu kippen. Dieser Einwand wird zunehmend vorgebracht, da Personen immer öfter bis ins hohe Alter mit der Abfassung eines Testaments warten und u.a. die Anzahl dementiell Erkrankter zunimmt. 
    Deshalb empfiehlt sich im Einzelfall, vorsorglich eine Bestätigung der Testierfähigkeit einzuholen. Diese kann nur von einem Facharzt für Psychiatrie und Neurologie ausgestellt werden. Und es gibt nur testierfähig oder nicht testierfähig ( kein eingeschränkt testierfähig). Viele gute Gründe, mit der Abfassung des Testaments nicht zu lange zu warten.

    Zusammenfassung und Fazit bezüglich Testamentsgestaltung:

                      
                                                            Fazit                                                         .                                  von Dr. Wolfram Theiss

    Dr. Wolfram Theiss erhielt langanhalten Beifall für seine überzeugenden Ausführungen. Obwohl Rechtsanwalt, hat er auf juristische Feinheiten weitgehend verzichtet. Vielmehr hat er nachvollziehbare Beispiele aus dem richtigen Leben aufgegriffen, die jeder gleich ein- und zuordnen konnte. Neben dem Vererben waren implizit auch einige Tipps für das Erben eingebaut. 
    Mit seinem Humor hat er alle Teilnehmer des Abends erreicht, für einen guten Dialog gesorgt und eine fröhliche Stimmung bewirkt, vielleicht auch, weil mancher schmunzelnd dachte: " Erst noch erben - dann vererben". Jedenfalls hat  Dr. Theiss  zu verstehen gegeben, dass auch er von der Atmosphäre, dem Leben auf diesem Clubabend sehr angetan war.

       
                                ..............................................................................................Impressionen vom Clubabend............................................................................................

                                                 
                                                                  Dr. Wolfram Theiss....                                             ... und Präsident Paul Hendrys


    Clubabend am 12. März 2018 - Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

    Prof. Dr. med Klaus Timmer informierte zunächst über Aspekte  der ärztlichen Betreuung und Versorgung nicht mehr handlungsfähiger Patienten.
    Dann ging er auf grundlegende juristische Fragen der Formulierung von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung ein anhand der Charts seines diesbezüglichen Partners  RA Klaus Kitzinger.
    Sinn und Zweck der Vorsorgevollmacht ist die selbst bestimmte Betreuung durch eine Person des Vertrauens, z.B. Sohn oder Tochter. 
    Mit einer Vorsorgevollmacht entfällt ein Betreuungsverfahren durch ein Gericht mit Auswahl eines (berufsmäßigen) Betreuers mit Festlegung von Aufgaben und Kontrolle.

                                                                                                    
                                                                                   
         
     Die Vorsorgevollmacht erstreckt sich auf 2 Bereiche:         
    Vermögensangelegenheiten - z.B. Entgegennahme von Post, Bankgeschäfte, Vermögensverwaltung etc.
    Persönliche Angelegenheiten - z.B.  Bestimmung des Aufenthaltes,  Einwilligung in ärztliche Behandlung, Beachtung und Durchsetzung einer Patientenverfügung.
    Die Erteilung der Vorsorgevollmacht verlangt Geschäftsfähigkeit. Dieser Schritt ist also rechtzeitig vorzunehmen. 
    Es gibt keine besonderen Bestimmungen, jedoch empfiehlt sich die Schriftform. Muster und Formulare unter www.bmj.de oder www.justiz.bayern.de.

    Die Patientenverfügung dient dem Recht auf Selbstbestimmung  hinsichtlich ärztlicher Betreuung. Sie formuliert Wünsche für den Fall, dass man entscheidungsunfähig wird.
    Sie bezieht sich auf Einleitung, Umfang und Beendigung von ärztlichen Maßnahmen, wenn eine Heilung nicht mehr abzusehen ist. Sie bildet eine wesentliche Ergänzung zur  Vorsorgevollmacht.
    Für die Patientenverfügung ist ein klarer rechtlicher Rahmen gegeben. Sie verlangt recht konkrete Beschreibungen - der Situation, der Maßnahmen etc. Allgemeine Formulierungen sind nicht ausreichend. 
    Es ist  also eine Herausforderung, in guten Tagen zu antizipieren, wie man im Fall der Entscheidungsunfähigkeit die ärztliche Betreuung geregelt haben möchte, die für Ärzte und Angehörige verbindlich ist.
    Deshalb ist es auch im eigenen Interesse berechtigt, sich von Zeit zu Zeit die Frage nach der Notwendigkeit einer Aktualisierung zu stellen.

    Prof. Dr. Klaus Timmer erhielt lang anhaltenden Beifall für seine klaren Ausführungen zu einem komplexen und emotional besetzten Thema. Dieses wurde anschließend mit großem Interesse diskutiert,
    wohlwissend um dessen Bedeutung, aber auch um die Neigung, die Ausführung gerne noch etwas vor sich herzuschieben.
     
     
       
                                         Gespannte Teilnehmer                                              Klare Ausführungen  -  Rahmen für Patientenverfügung                                    Aufmerksames Zuhören - eifrige Notizen                 
                                                    

                                                                                         
                                                                                                                                             Auftakt zur Diskussion


    Clubabend am 26. Februar 2018 - "Cross Over Team Stiftung in Schliersee" - Herausragende Jugendarbeit seit über 20 Jahren

    Das Cross-Over Team wurde 1995 von Karin Maichel-Ritter in Schliersee gegründet.

                                                           

    Ziel ist die „Begabungsförderung“ bei Kindern und Jugendlichen. Cross Over bedeute dabei "...quer durch alle sozialen, religiösen und Bildungs-Schichten“Karin Maichel-Ritter ist hierfür in besonderer Weise prädestiniert mit ihrem multikulturellen Hintergrund .....mehrsprachig aufgewachsen in Japan in einer deutsch-österreichischen Familie, seit Jahren ihren Lebensmittelpunkt in Bayern eingerichtet. Zudem hat sie internationale fachliche Qualifikation durch Studium in Japan und in den USA mit einem Schwerpunkt  "Berufsnahe spezielle Therapie und Begleitung von Kindern".

    Selbst Mutter von 3 Kindern hat sie 1995 den Mut gefasst, selbst etwas für die Leute in der Gemeinde zu tun, insbesondere für die Kinder und Jugendlichen, und das Cross Over Team gegründet.

    Ziel ist es junge Leute in der Freizeit für kulturelle Projekte  zu gewinnen und zu begeistern sowie durch schulische Projekte in den Abschlussklassen auf den Übertritt in die Arbeitswelt vorzubereiten.

    Dabei sollen sie lernen, ihren Körper, Geist und zeitgemäße Technik zu beherrschen und dadurch ziel- und anwendungsorientiert zu arbeiten. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf eine lebensfreundliche Entwicklung der individuellen Persönlichkeiten auf der Basis christlicher Grundüberzeugungen.  Zivilcourage, Respektierung der demokratischen Grundordnung und die Teamarbeit sollen besonders gefördert werden. Das Cross-Over Team möchte kulturelle Traditionen und Wurzeln in seinen Projekten bewahren.
    "Werte zu bewahren, bedeutet für uns, sie gemeinsam zu hinterfragen. Wer der jungen Generation Ziele anbieten oder vorgeben will, muss erklären können, warum sie erstrebenswert sind, und diese Ziele sinnvoll und erreichbar gemeinsam mit den jungen Leuten gestalten," so Karin Maichel-Ritter.


    Dr. Alois Maichel schilderte wesentliche Etappen der Entwicklungsgeschichte des Cross Over Teams.


                                        


    Bezüglich der Teamarbeit haben sich aus den rund 250 Kindern bis heute  8 Talentgruppen gebildet, von der Cross Over Dance Group über die Media IT Nerds  bis zur Cross Over Song Group. Mit  Kreativität und Können bereichern sie z.B. Gottesdienste, Kirchentage oder Seefeste. Jährlich organisieren sie eine Großveranstaltung, treten aber auch bei zahlreichen Anlässen im Landkreis auf, aber auch in München, z.B. in der Muffathalle.


        
                                                Cross Over Team                                                                  Mediale Lichtgestaltung in der Kirche                                                   Cross Over Dance Group


    Im Jahr 2003 wurde dann die Cross Over Team Stiftung gegründet durch ein von privater Seite eingebrachtes Stiftungskapital. Dieser Schritt hat keine besondere wirtschaftliche Zielrichtung. Vielmehr bietet eine gemeinnützige operative Stiftung des bürgerlichen Rechts einen stabilen rechtlichen Rahmen.

     
    Bernd Ritter als Geschäftsführer, Karin Maichel-Ritter als 1. Vorsitzende und Dr. Alois Maichel als 2. Vorsitzender sind die tragenden Säulen und stehen für Kontinuität. 


                                                                                     

    In  dem schulischen Projekt Jugend Perspektive Arbeit besteht eine enge Zusammenarbeit im Landkreis mit 8 Kommunen  und deren Schulen. Diese Arbeit verzeichnet hervorragende Erfolge.
    Im Rahmen der Bewerbung des Landkreises Miesbach um die Zertifizierung als Bildungsregion wurde Jugend Perspektive Arbeit als Best Practic - Projekt hervorgehoben. 
    Durch diese Erfolge und die zahlreichen Auftritte erfreut sich die Cross Over Team Stiftung großer Wertschätzung, auch "cross over" bei renommierten Persönlichkeiten mit Bezug zum Bayerischen Oberland wie Robert Salzl, früherer Chef Pilot der Lufthansa, oder Peter Schlickenrieder, Olympiazweiter im Schilanglauf in Salt Lake City 2002.


    Die Präsentation auf dem Clubabend hat einen schlüssigen Überblick wie auch tiefe Einblicke in die so komplexe wie auch erfolgreiche Cross Over Team Stiftung geben. "Just in Time" kam am Tag danach  im Münchner Merkur, Ausgabe Miesbach, die Meldung, dass die Kommunen Hausham und Bayrischzell die Kooperation mit der Stiftung um weitere 2 Jahre verlängert haben..  und die anderen Kommunen  werden sicher folgen. Herzlichen Glückwunsch und ein "weiter so" im Sinne der Jugend und unserer Zukunft! 


      
                         Großes Interesse der Teilnehmer                                                         Beifall für die Ausführungen                                         Kleines Geschenk und große Wertschätzung


    Clubabend am 29. Januar 2018   " Politik, Medien, wir alle" - Einschätzungen von Siegmund Gottlieb, langjähriger Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens 

    Siegmund Gottlieb bedankte sich für die Einladung und war sich sicher, hier einen Kreis von Zuhörern anzutreffen, der interessiert seinen Thesen und Einschätzungen folgt... und er hatte Recht.


    Sein Thema des Abends hat er wie folgt formuliert:

                                                                                                 Politik, Medien und wir alle – Deutschland im Härtetest.



                                                                     
       



        1. Wir alle

    An den Beginn seiner Ausführungen stellte Gottlieb die Frage:

                                                            Was ist los in Deutschland?      Es geht uns gut. Die Wirtschaft boomt, der Konsum ist hoch.

     
                                      
                                                                     ..................................................Es geht uns gut.............................................................

    Flüchtlinge und Migranten kommen zu uns in das vermeintlich „gelobte Land“.

    Aber wir haben einen signifikanten Vertrauensverlust, vor allen in Eliten der Politik. Aber auch immer weniger Vertrauen in Informationen.  Die Toleranz läßt nach. Vieles geht uns zu langsam.
    Dieser Eindruck wird bestärkt durch das nun schon 4- monatige Ringen um eine neue Regierung.
     
    Gottlieb`s These: Wir haben das Gefühl, etwas zu verlieren. Wir sind nicht unzufrieden mit dem gegenwärtigen Stand, aber haben Sorge beim Blick in die Zukunft.
    Und Sorgen sind weit verbreitet bis hinein in den Mittelstand, auch hinein in die jüngere Generation.

                                                                                               


    Gründe für Sorgen.

    Unkontrollierter Zustrom von Flüchtlingen und Migranten und daraus resultierende langjährige  Herausforderung der Integration ist nur ein Grund.

    Noch geht es uns gut. Politische Prognosen werden auf  Basis der Annahme erstellt, es geht so weiter.

    Dennoch befürchten viele, es könnte anders werden. Die Konjunktur könnte sich abschwächen. Nicht auszuschließen, die Automobilindustrie, wichtigste Säule der Wirtschaft, könnte zerrieben werden zwischen
    USA und China, im Wettlauf um neue Technogien wie hochautomatisiertes Fahren oder E-Autos, aber auch durch selbst verursachten Imageverlust, zudem überzeichnet von den eigenen Medien.

    Die Digitalisierung ist unumkehrbar und eine besondere Herausforderung. Politiker haben hierauf noch keine ausreichende Antwort. Deshalb wäre nach Meinung von Siegmund Gottlieb die FDP diesbezüglich als
    Partner in einer Regierung hilfreich gewesen.

    Aber auch Sorge hinsichtlich Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz und deren Auswirkung auf Arbeitsplätze ist zu spüren. Sorge, wer wird zukünftig die Renten bezahlen. Sorge bezüglich
    Verschuldung des Bundes und fast aller Staaten der EU. Wer wird die Zeche bezahlen? Wir alle?

    Auch die neue Große Koalition ( GroKo) dürfte dazu beitragen, das Erbe von Schröder weiter zu verspielen. Mindestlohn und Rente mit 63 waren diesbezüglich erste Elemente. Die Politik ist zu sehr beschäftigt,
    kurzfristige Probleme zu lösen oder Erwartungen zu erfüllen.

    Norbert Bolz, prominenter Medien – und Kommunikationswissenschaftler, meinte in einer Münchner Runde: „Politik ist zur Lösung von Problemen mutiert, die sich täglich neu ergeben -  also zur Behandlung von
    Opportunitäten -  aber wenig zur Entwicklung längerfristige Strategien“.


    Nach Einschätzung von Siegmund Gottlieb ist das in wenigen Worten die Gefühlslage der Menschen hier im Lande. Gerade in so einer Situation gilt es sich an ein Wort von John F. Kennedy zu erinnern:       „Frage nicht was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst“.


    2. Politik

    Seit der Wahl am 24. September 2017 haben wir 7 Parteien im Deutschen Bundestag mit über 700 Abgeordneten. 

                                                                                        



    Rund 80 %  der Wähler votierten für eine breite Mitte, rund 20 % der Stimmen gingen an die Ränder des politischen Spektrums . Das ist verkraftbar.

    Die 3 großen Parteien haben das bisher schlechteste Wahlergebnis erzielt. Aus großen Parteien wurden „kleine“ Parteien. Die Zeit der absoluten Mehrheiten scheint vorbei zu sein. Sicher im Bund, vielleicht sogar in Bayern.

    Wo stehen die Parteien und ihre Spitzenvertreter?

    Für die CDU bricht mit einer neuen GroKo die letzte Amtsperiode mit Kanzlerin Merkel an. Eine Nachfolgeregelung ist zaghaft andiskutiert mit Annegret Kramp-Karrenbauer

    Die SPD ist tief zerrissen. Der Spaltungsprozess hat vor vielen Jahren begonnen mit den Aktivitäten der Linken, hat sich fortgesetzt in den Diskussionen um die Agenda 2010 und geht jetzt weiter mit dem Ringen um eine neue GroKo. Obwohl Martin Schulz mit 100 % der Stimmen zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde, hat er nur wenig Rückhalt in der Partei. Dazu tragen auch seine Kehrtwendungen in den Aussagen bezüglich Fortsetzung GroKo und Übernahme eines Ministeramtes bei.

    Die CSU befindet sich auch in einer schwierigen Situation. Die Arbeitsteilung Seehofer (Parteichef) und Söder (Ministerpräsident) wird aus Erfahrung nicht gut.  Ämtertrennung war bei der CSU immer ein Problem, wie die Beispiele aus der Vergangenheit zeigen  - Strauß und Goppel, Stoiber und Waigel, Beckstein und Huber. Wenn eine GroKo kommt, dürfte Seehofer ein Ministeramt übernehmen, sonst wäre er nur mehr einfaches Mitglied des Landtages unter Ministerpräsident Söder. Entscheidend wird sein, wer wird neuer Parteichef der CSU.

    Die AfD wird bei einer GroKo größte Oppositionspartei. Das kann nicht ungeteilt gefallen, solange einige rechtsradikale Tendenzen nicht eliminiert sind. Aber 6 Mio AfD Wähler sind nicht rechtsgerichtet, sondern vielleicht vorwiegend Protestwähler, so die These von Gottlieb. Die AfD dürfte wachsen bei Unzufriedenheit mit der Regierung und abnehmen bei guter Arbeit der Regierung.

    Die FDP wollte nach Ansicht von Gottlieb keine Jamaika Koalition. Aber vielleicht hat die FDP gemeint, dass auch Merkel diese nicht wollte. Zumindest hat sie sich sehr passiv verhalten. Die FDP wußte, dass es mehr Nähe gab zwischen CDU und den Grünen. Letztlich hat auch Jürgen Trittin maßgeblich zum Austritt der FDP aus den Sondierungsgesprächen beigetragen.
    Gottlieb ist  der Meinung, dies dürfte der FDP aber auf Dauer nicht schaden. Möglicherweise versucht sich die FDP als Alternative zu positionieren, als „Versteher“ der Wirtschaft und der Digitalisierung.

    Die Grünen befinden sich mit den neuen Parteivorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerlock in einer Aufbruchstimmung.
    Man will an manchen alten Parteidogmen nicht mehr festhalten. Der Parteitag folgte Habeck und stimmte der vorläufigen Fortsetzung seines Ministeramtes in Schleswig-Holstein auch als Parteivorsitzender zu. Man will Verantwortung in Regierungen übernehmen…bislang in zahlreichen Bundesländern, mittelfristig auch in einer Bundesregierung. Dazu wollen die Grünen das thematische Spektrum erweitern. Sie könnten zum Sammelbecken für Links-Liberale Wählerinnen und Wähler werden

    Was ist von einer neuen GroKo zu erwarten?

                                                                                    

    Primär ein weiter so in Deutschland. Alle bevorzugen die GroKo  im Vergleich zu einer Neuwahl mit ungewissem Ausgang – und es winken Ämter.
    „Einzigartig“  die Mitgliederbefragung in der SPD zur Politik ihrer Spitze bezüglich GroKo.                                                    

    Das Sondierungspapier enthält  einen Passus, dass nach 2 Jahren alles auf den Prüfstand kommt. In der Technik würde man von einer „Sollbruchstelle“ sprechen.
    Wenn die GroKo nicht hält,  könnte das der Zeitpunkt für ein Ende und für einen Neubeginn sein, sofern dies nicht am Widerstand der Abgeordneten scheitert.


     3. Medien  

                                                    
                                                                     

    Manchmal heißt es.“ Die Medien sind an allem schuld“. Wenn auch  verständlich, ist das natürlich zu kurz gesprungen. Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig und hilfreich.
    Eines wurde von Gottlieb vorab klargestellt. „Eine Lügenpresse gibt es nicht“. Denn Lüge setzt Absicht voraus.

    Auch wenn manche Meldungen und Berichte Anlass zu berechtigter Kritik geben, so sollte man die Herausforderungen der Medien bedenken.

    Medien müssen in einer komplizierten Welt immer mehr erklären. Hierzu  meinte Gottlieb schmunzelnd: "Manchmal eine Ahnung so weit wie ein Meer, aber nur so tief wie eine Pfütze“.
    Zum Teil fehlt die Zeit für profunde Recherche, manchmal aber auch ausreichende Kenntnis zu bestimmten Themenkreisen.

    So werden oft Vorgänge ohne profunde Hintergrundinformation geschildert. Als Beispiel wurde auch die Flüchtlingsthematik genannt. Dort wurde mangelndes Wissen mit viel Gewissen überdeckt. Das ist aber unzureichend. Denn die berechtigte Wahrnehmung von Einzelschicksalen ersetzt nicht die Notwendigkeit, Gesamtzusammenhänge aufzuzeigen

    Zusätzlich zu  der komplexen Welt wird infolge der Digitalisierung eine zunehmende Schnelligkeit in der Berichterstattung erwartet.  Dies führt zu einem quasi kontinuierlichen Vibrieren an Meldungen in der Medienlandschaft mit Inhalten von immer kürzerer Halbwertszeit. Letztlich verleitet dies auch zum Kopieren.

    Erster sein – das ist die Währung, in der bei den Medien gezahlt wird. „Dieser Sofortismus hat naturgegeben nicht viel Stabiles".

                                                                                                  
                                      
    Als Beispiel für einen „Supergau“ durch super schnelle Berichterstattung nannte Gottlieb die Nachricht eines Teils der Medien, das Bundesverfassungsgericht habe die NPD verboten.
    Einige Medien wollten die Ersten sein… haben dann fälschlicherweise die Formulierung des Antrages als Endergebnis kommuniziert.

    Glücklicherweise war da die BR 24 App nicht involviert, die von Gottlieb ins Leben gerufen wurde. Er hat seinen Mitarbeitern klar kommuniziert: „Für eine erfolgreiche Markenbildung ist es unerlässlich, dass ihr oft bei den Ersten genannt werdet“. Dessen ungeachtet gilt aber der Grundsatz: „Be first, but first be sure“.

    Sachverhalte werden manchmal auch zu sehr durch Personalisierung ersetzt. Zum Teil übertrieben in der Politik, aber auch in der Wirtschaft, wie z.B. in der Automobilindustrie. Und die Schwester der Personalisierung ist die Skandalisierung.

    Zusätzlich zu Komplexität und Schnelligkeit besteht harter Wettbewerb um den Kunden, wie bei ARD und ZDF, z.B. bezüglich aktueller Sendungen wie Brennpunkt oder Heute spezial.

    Bezüglich politischer Informationen wird oft auch der Vorwurf erhoben, nicht mehr nur kritisch über Vorgänge zu berichten, sondern durch eigene Meinungen zu einem Teil der „handelnden Eliten“ zu werden.

    Mit Recht fragen sich auch viele: „Wo bleibt das Gute, das Positive in der Berichterstattung?“

    Der Journalismus ist gefordert, wieder das richtige Maß zu finden, die Mitte zwischen Alarmismus und Themendemenz, also dem abrupten „Vergessen“ eines Themas, obwohl nachhaltigere Berichterstattung angebracht wäre.

    Gerade für kleinere Medien wird die journalistische Arbeit oft zu einem Härtetest - kommerzielle Zwänge, keine Ressourcen für ausreichende Recherche. Kopieren oder schnelle Informationsbeschaffung in großen Onlineportalen ist eine Folge.

    Dennoch kein Grund zu verzagen. "Nach 3 Wochen USA ist man wieder froh über unsere Medienlandschaft".

    Und Gottlieb schloss seine Ausführungen mit einem Vergleich. „In einem Härtetest zeigen Ingenieure, welche Belastungen technische Produkte wie z.B. ein Flugzeug aushalten …vor allem, wenn es zudem die richtigen Piloten hat“. Darauf können wir in Deutschland hoffen, bezüglich Medien, bezüglich Politik. Und in einer Demokratie können wir alle unseren Beitrag dazu leisten.

        

                                                                                    

    Siegmund Gottlieb erhielt langanhaltenden Beifall für seine Ausführungen, offen und ehrlich, klar in der Aussage, ohne zu überzeichnen, getragen von umfangreichen Wissen und langjähriger Erfahrung, geprägt von hoher Qualität und Professionalität.

    Aus der Diskussion seien beispielhaft einige Aspekte zitiert.
    Unter anderem wurde hinterfragt: “Wenn es keine Lügenpresse gibt, könnte es eine Schweigepresse geben, z.B. durch Absprachen?“ Dies wurde von Gottlieb verneint.

    Eine weitere Wortmeldung  bezog sich auf die Chance, dass Medien wieder vermehrt Zukunftsthemen mit längerem Zeithorizont aufgreifen. Nach Gottlieb wäre dies wünschenswert. Es  bleibt aber fraglich, u.a. aufgrund der notwendigen fachlichen Tiefe in speziellen Themen, aber auch der kommerziellen Zwänge.

    Abschließend wurde noch angesprochen, dass Information und Kommentar oft vermischt werden. Diese Mischung erzeugt Verzerrung. Gottlieb teilte diese Auffassung. So folgt z.B. in der Tageschau auf einen Bericht häufig noch eine Einordnung durch einen Korrespondenten. Dann und wann sogar zu Kommentaren. Aber auch die Einstimmung eines Moderators auf einen Bericht kann schon subjektiv gefärbt sein.

    Der Vortrag von Siegmund Gottlieb mit Diskussion war ein besonderes Erlebnis. Die Ausführungen haben eigene Einschätzungen bestärkt, vor allem aber neue Einblicke eröffnet, die es erleichtern, Einzelmeldungen besser einzuordnen und Gesamtzusammenhänge klarer zu erkennen. Ein bleibender Mehrwert für jeden von uns.                                                                                                              

                                                                                                                              

         

                                  Vortrag von Siegmund Gottlieb                                                                                      Moderierte Diskussion                                                                   Dank von Präsident Paul Hendrys


        

                                                  ...............................................................Fortsetzung lebhafter Diskussionen an den einzelnen Tischen...................................................
     



    Clubabend am 15. Januar 2018   " Geld- und Kapitalmarkt" - Erläuterungen und Diskussion zu Finanz-Anlagen von Bankdirektor Peter Prasser


    Nachfolgend zu einigen Aspekten weitere Hintergrundinformation, wie sie auch in der Diskussion zur Sprache kam. 

    Bezüglich politischer Einflüsse bedeutet der Brexit einen massiven Einschnitt. Es ist zum ersten Mal, dass ein Land die EU verlässt.
    Großbritannien ist das Land mit der zweitgrößten Wirtschaftskraft, nach Deutschland und noch vor Frankreich. Die Wirtschaftskraft der Briten entspricht der Summe der 20 kleineren EU Länder.

     
                                  
                                                                                                                                     Quelle Wikipedia

    Deutschland als wirtschaftsstarkes Exportland verliert mit Großbritannien den natürlich Verbündeten für eine weltoffene Handelspolitik.
    Deshalb steht zu erwarten, dass die Bundesrepublik bei der Diskussion um den Kurs der EU und letztlich beim Wettstreit um das gemeinschaftlich verwaltete Geld zunehmend in die Defensive gerät.
    Mit dem Brexit wird Deutschland auch im Ministerrat der EU die Sperrminorität verlieren, über die sie mit Großbritannien und den Ländern des ehemaligen D- Mark Blockes  - Niederlande, Österreich und Finnland  - verfügte, deren Währungen früher fest an den Kurs der D-Mark gekoppelt waren. Das gilt auch für den wichtigsten Rat, den Eco-Fin-Rat mit den Wirtschafts- und Finanzministern der EU.  

    Noch gelingt es Europa nicht, seine Staatshaushalte zu sanieren. Bei 11 Ländern liegt die Verschuldungsquote bezogen auf das BIP über der selbst auferlegten Grenze von 60 %.
    Auch von der EU und der Euro Zone wird in ihrer Gesamtheit diese Grenze  jeweils deutlich überschritten. Reformen erscheinen notwendig, um Risiken zu reduzieren.

    Chinas Bankenmarkt und Immobilienpreise sind überhitzt. Dies wird aber  nicht als aktuell akutes  Risiko für eine eventuelle nächste Finanzkrise gesehen, denn in China herrscht eine staatlich gelenkte Wirtschaft. Zudem ist China der größte Investor in amerikanische Staatsanleihen.
    Also werden China und USA  Interesse haben, ihre großen Länder in wirtschaftlich ruhigen Fahrwassern zu halten.
    Gold ist also sogenannte Angstwährung eine bewährte Form für Anlagen in Krisenzeiten. Zur Zeit ist aber keine Krise

    Die Größe der Geldmenge hat keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Inflation. Anlagestrategien sollten sich idealerweise an den Megatrends orientieren, die unsere Zukunft beeinflussen.
    Sie lassen sich in 4 Kategorien fassen: Digitalisierung, Wachstum & Ressourcen, Klima & Nachhaltigkeit, Niedrigzinsen & Demographie.
    Für den Anleger bieten sich als stabiles Portfolio  u.a. folgende Anlage-Klassen: Aktien, Renten, Rohstoffe, Alternative Investments, Immobilien.

    Für dieses Jahr ist noch eine gute Entwicklung zu erwarten, da die Auftragsbücher der deutschen Industrie voll sind. Prognosen für die Jahre danach sind noch zu früh.
    Risiken könnten sich ab 2020  aber durchaus erhöhen.


                                                                                           
                                                                                                              Peter Prasser in der Diskussion.

    Präsident Paul Hendrys dankte Peter Prasser für seine profunden Ausführungen und die interessante Diskussion und meinte schmunzelnd. "Sollten sich am Trend Radar für Anleger gefährliche Entwicklungen abzeichnen,würden wir uns über ein zeitnahes Warnsignal freuen". Lächelnd entgegnete Peter Prasser:  " Die Clubabende im 2 wöchigen Abstand sind sicher zeitlich eng genug gestaffelt".
     
                     Die Gäste treffen ein                                     Dr. Hans-Otto Feldhütter bedankt sich für die               Paul Hendrys u. Gattin im Gespräch mit Peter Prasser            Lächeln  -  und ein Präsent zum Dank 
                                                                                                 Glückwünsche  zum runden Geburtstag                          

     
                                                                                                                         

    Aktuell aus dem Lions-Jahr 2017/2018 -

                 
    Business Dinner am 27. März 2017 - Vortrag über "Mechatronik und Robotik - Technologien für Fortschritt und Wohlstand, aus Deutschland für die Welt"

    Mechatronik ist die Kombination von Mechanik und Elektrik/Elektronik. Robotik beutet die Kombination von Mechatronik mit Datenübertragungstechnik zur Fernsteuerung.
    Die Luft- und Raumfahrt ist mit ihren Technologieentwicklungen ein Treiber für Innovationen in zahlreichen Branchen. Das gilt auch in Zukunft, wie auf der CeBIT im März 2017 deutlich wurde.
    Prof. Gerd Hirzinger gab in seinem Vortrag einen Überblick über Meilensteine technologischer Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt, die heute in bedeutenden Branchen unserer Wirtschaft Anwendung finden.Hierfür einige Beispiele.

    Mit der ROTEX Mission 1993 wurde erstmals ein Roboter in den Weltraum gesandt und von der Erde ferngesteuert. Wesentliche Voraussetzung hierfür war die Realisierung des Prinzips Autonomy bzw. shared Autonomy, das für alle Fernsteuerungen von essentieller Bedeutung ist. Ein weiterer wesentlicher Schritt war die Nutzung einer Planetenwälzgetriebespindel. Mit deren verlustfreier Kraftübertragung lassen sich aüßerst präzise Steuerung verwirklichen. Die u.a. hieraus entwickelte Spacemouse ist die Grundlage für die Computer- Mouse, die heute jeder kennt und zig-millionenfach auf dem Markt ist.

                          
                                   Prof. Dr. Gerd Hirzinger                            ROTEX -  Autonomie für Fernsteuerung                                             Space Mouse                                             

    Weitere  bahnbrechende Entwicklungen waren die Realisierung ultraleichter Arme und Hände. Zudem die Programmierung dämpfungsfreier Bewegungen, also kein Zittern mehr der Arme und Hände. Einen weiteren Fortschritt bedeutete Deep Learning, mit dem die Roboter zusätzlich ein Fingerspitzengefühl erhielten.

                        
                                         Programmierbare Dämpfung                     Fingerspitzengefühl - "Deep Learning" von Materialklassen

    Mit diesen Entwicklungen begann der Siegeszug der Industrierobotik,  z.B. von KUKA. Deren stationäre Systeme sind in zahlreichen Produktionsstraßen der  Automobilindustrie montiert  und  einer der Garanten für die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilbranche.Mit diesen Robotern wurden z.B. bei Daimler schon über 1 Million Hinterachsgetriebe montiert.
    Als mobile Version kommt diese Art von Roboter z:B. zum Einsatz beim Vernieten der Innenwände des Rumpfes von Airbus-Flugzeugen.

    Ein weiterer Meilenstein war ROKVISS, ein Projekt mit einer neuen Dimension von Telepräsenz für visuell und kraft-rückgekoppelter Teleoperation, u.a .aus 7 Jahren Erfahrung mit der Internationalen Space Station ISS. Diese Telepräsenz war grundlegend  für den Chirurgie Roboter Da Vince.

                      
                                         Neue Dimension der Telepräsenz                                  Chirurgie Roboter Da Vinci                                          6 D Vision - Ausweichassistent

    Auf dem von der DLR entwickelten Stereo-Algorithmus SGM wurde schließlich der Daimler- Ausweichassistent   6D Vision auf den Markt gebracht, Finalist im Deutschen Zukunftspreis 2011 und Beckurts-Preis 2012.Die SGM Technologie ist auch  Basis für die Virtuellen Welten.

    Der Assistenzroboter franka emica war einer der Stars auf der CeBIT 2017. Ein siebenachsiger, feinfühliger Roboterarm,  basierend auf der Technologie des DLR mit Prof. Hirzinger, der mit  Menschen kooperiert, in der Produktion, aber auch im Alltag. Das Roboter-Assistenzsystem hat eine Reichweite von ca. 1 m, kann über App einfach programmiert werden und kostet schon heute nicht mehr als 10 000 Euro.

                                                                                  


    Vor 35 Jahren wurden die Mainframe Rechner komplementiert durch den PC, den Personal Computer. Es zeichnet sich ab, dass jetzt ein ähnlicher Quantensprung bevorsteht und die großen Industrieroboter komplementiert werden durch Personal Assist-Robots, wenn man so will mit PARs.
    Der Computer war kein Jobkiller, die Robotik war kein Jobkiller, auch die PARs werden in der Produktion keine Jobkiller sein, sondern neue Chancen eröffnen. Denn im hoch dynamischen internationalen Wettbewerb gilt." Wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehen.".
    Die Ausführungen von Prof. Hirzinger, vorgetragen mit spielerischer Leichtigkeit und unterlegt mit humorvollen Anekdoten, vermittelten einen profunden Einblick in  führende Technologien, hier in Deutschland entwickelt und in aller Welt genutzt.

               
                                           ........................................ ................  Impressionen vom ersten Business Dinner.......................................................

                                                                                                
                                                                                                                                  Herzlicher Dank an den Referenten



     Hinweis: Informationen zu den Clubabenden des Jahres 2017 (aus dem LJ 2016/2017 und 2017/2018) finden sich über den link zur Seite Archiv Jour Fixe 2017 ( oder auch Menüführung ganz oben )