Clubabend am 24. November 2016 im Maximilianeum  -  Vortrag zum Thema "Freiheit braucht Sicherheit"  
 
Der LC München- Arabellapark konnte Dr. Florian Herrmann, den Vorsitzenden des Innenausschusses im Bayerischen Landtag, für einen gesonderten Vortragstermin gewinnen. Durch neu auftretende äußere Gefahrenpotentiale wird auch die Innere Sicherheit stets vor neue Herausforderungen gestellt. Innere Sicherheit ist  u.a. ein Grundrecht der Bürger. Aber Freiheit und Sicherheit bedingen einander und es ist wichtig, die richtige Balance zu finden. 
In Bayern wird die Zielsetzung verfolgt,  durch eine konsequente Politik die Innere Sicherheit stets auf einem hohen Niveau zu halten.Dazu gehört u.a die Unterstützung der Polizeikräfte. Hoher Personalstand, entsprechende Ausrüstung,  Ausrichtung auf konsequentes Einschreiten bei Strafdelikten und Rückhalt in Politik und  Bevölkerung sind hierbei wichtige Faktoren. So wurden allein 2016 wieder 1 600 neue Polizeikräfte eingestellt, wobei die Anzahl der Bewerber sechs mal so hoch liegt wie die Anzahl freier Stellen. Besonders zu erwähnen sich aber auch die Kräfte im Sicherheitsrelevanten Ehrenamt, wie  Feuerwehr, Rettungskräfte oder Katastrophenschutz450 000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich hierfür in Bayern, die höchste Ehrenamtsquote in Deutschland.
 
  
                                             Objektive Sicherheitslage                                                                                        ......und subjektives Sicherheitsempfinden

Dr. Herrmann gab dann einen Einblick in einige Zahlen der Kriminalitätsstatistik. Mit rund 4 700 Strafdelikten auf 100 000 Einwohner lebt es sich in Bayern am sichersten. Die vergleichbaren Zahlen liegen in NRW  bei  8 500 und in Berlin bei 16 100. Zudem liegt in Bayern die Aufklärungsquote mit 63 % auf einem sehr hohen Niveau.
Der Anteil von Ausländern beträgt z.B. in München 26,4 %, der höchste aller Großstädte in Deutschland, dennoch eine sichere Stadt. Neben angemessener Präsenz der Sicherheitskräfte ist auch gelingende Integration ein wichtiger Faktor für Sicherheit.
Schließlich ging Dr. Herrmann auf das aktuelle Thema Wohnungseinbrüche ein, das die Bevölkerung zunehmend besorgt. Er erläuterte den ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung dieser teilweise organsierten Kriminalität - Maßnahmen zur Prävention, Schwerpunktkontrollen und den Einsatz neuer Systeme wie der Aufklärungssoftware PRECOBS.
Islamistisch geprägter Terror erfordert in Zukunft noch höhere Wachsamkeit. Wie einzelne Anschläge gezeigt haben, ist er in Bayern angekommen. Es besteht jedoch zur Zeit nach Einschätzung der Sicherheitsdienste keine konkrete Gefährdungslage.
Das Thema Cyberkriminalität wurde nur noch kurz gestreift. Diese Problematik betrifft uns alle - Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wie auch den Alltag vieler Bürger  - z.B. durch Lahmlegen von Portalen, Verbreiten von Fehlinformationen, Eindringen in technische Abläufe oder Betrügereien über Telephon und Internet. 
Auch bezüglich dieser zunehmenden neuen Bedrohung wird die Politik in Bayern die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, um auch in Zukunft ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, zum Schutz der Bürger im Sinne maximal möglicher Freiheit . Ein exzellenter Vortrag von Dr. Florian Herrmann mit informativen Einblicken und hoffnungsvollem Ausblick.
  

  
                           Gefährdungspotentiale                                                                 Motto für heute und morgen                                               Ein LIONS Wodka aus München



Clubabend am 7. November 2016  - Fahrzeugentwicklung für Mobilität in ländlichen Regionen in Afrika

Die Fahrzeugentwicklung aCar an der TU München hat zum Ziel, individuelle Mobilität in ländlichen Regionen der Subsahara ( z.B. Ghana, Nigeria,Tansania) zu ermöglichen, um dort Wertschöpfung zu erhöhen und Lebensbedingungen zu verbessern. Der initiale Kontakt zu Afrika wurde von Präsident Josef Nassauer über John Gregg aufgebaut. Dieser war früher Top Manager bei Kraft Foods in USA. Als Mitglied der American Christian Foundation ist er seit Jahren in Entwicklungsprojekten in Nigeria tätig. Er hat substantielle Kontakte zur technischen Universität in Owerri im Süden Nigerias, zu Unternehmern und vor allem auch zu Vertretern landwirtschaftlicher Kooperativen. Zudem hat Josef Nassauer den Kontakt zu Prof. Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik an der TU München hergestellt, der Anfang März 2013 begonnen hatte, ein maßgeschneidertes Fahrzeugkonzept für Mobilität im ländlichen Raum in Afrika zu entwickeln. Über die genannten Netzwerkbeziehungen war in nur drei das erste Team München - Nigeria gebildet.
Detaillierte Informationen über die Bedürfnisse in Afrika wurden über Forschungsreisen nach Nigeria und später auch nach Ghana und Tansania gewonnen.
Dabei wurden vor allem über GPS Tracker die relevanten Bewegungsprofile aufgezeichnet, die Anforderungen bezüglich Transport ermittelt und die handwerklichen Voraussetzungen abgeklärt.

                      
   
  Vertreter landw. Kooperativen in Nigeria, Mitte John Gregg                                     Konstruktive Zusammenarbeit                                                  "Wir fahren nach Ghana".....

Schließlich wurden für das  Fahrzeug u.a. folgende Eckpunkte festgelegt:
Elektro-Allradantrieb, Fahrzeuggewicht unter 800 kg, el. Reichweite 80 km, max. Geschwindigkeit 60 km/h, Zuladung 1 to, Preis unter 10 000 Euro. Das Fahrzeug wird nur mit den notwendigen Elementen ausgestattet, inkl. eines ansprechenden IT Systems. Herausforderungen in der Entwicklung waren u.a. die Topologie des Antriebsstranges, das Batteriekonzept sowie eine neuartige Rahmenkonstruktion aus Aluminium mit geringem Gewicht und einfach zu schweißen. Durch die modulare Konzeption kann das Fahrzeug auch speziell für andere Einsatzzwecke ausgerüstet werden, ( grundlegende medizinische  Versorgung Energieversorgung von Haushalten, Zugang zu Information und Bildung). .
Die Herstellung des Prototypen erfolgte in Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen aus Bayern. Das Fahrzeug, entwickelt von einem Kernteam der TU München unter Leitung von Prof. Lienkamp sowie Universitätspartnern aus Ghana und Nigeria, wurde am 12. Mai 2016 mit großem Erfolg an der TU München vorgestellt.
Diese innovative Fahrzeugentwicklung hat mittlerweile auch das Interesse des Bundesministeriums für Entwicklungshilfe und internationale Zusammenarbeit in Berlin gefunden.
Der Prototyp von aCar wird Ende des Jahres für einige Monate zu einem Feldversuch nach Ghana gehen. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den Bau einer ersten kleinen Produktionslinie  mit einer üblichen Größenordnung von bis zu 1000 Fahrzeugen pro Jahr an.
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Wieder ein Clubabend mit interessanten Einblicken in ein außergewöhnliches Projekt aus der Wissenschaft  ....und genügend Raum für individuelle Gespräche. So soll es sein.

Clubabend am 24. Oktober 2016 -      pflanzliche Proteine als Lebensmittelzutat von Bedeutung, allgemein und individuell

Dr.- Ing. Peter Eisner von Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackungstechnologie ging zu nächst auf die allgemeinen globalen Herausforderungen ein. Es gilt eine stetig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, bei weitegehend unverändert verfügbarer Agrar-Anbaufläche. Pflanzliche Nahrungsmittel brauchen dabei nur 1/5 der Ressourcen im Vergleich zur Erzeugung tierischer Lebensmittel. Den Konsum von tierischen Eiweiß zu reduzieren, ist vorteilhaft für das individuelle Wohlbefinden. Tierisches Eiweiß durch Pflanzenprotein zu ersetzen, liegt dabei voll im Trend. Gerade Genussprodukte wie Drinks oder Snacks frei von tierischem Eiweiß eröffnen den Marktzugang zu Veganern, einer ständig wachsenden Verbrauchergruppe.
Für die Gewinnung von Pflanzenproteinen ist es erstrebenswert, heimische Pflanzen zu identifizieren. Als geeignet erweisen sich dabei einige Sorten der Lupine. Sie hat wertvolle Leguminose und einen hohen Gehalt an funktionellen Porteinen. Und die Lupinen ist anspruchslos im Anbau bei gleichzeitiger Verbesserung der Bodenqualität.                    
                                                                                                                                                                                                                                                      
Aber Lupinenmehle schmecken bitter, bohnig und grasig-grün. Deshalb wurde das Aromaprofil der Lupine mithilfe der Gaschromatographie detektiert. Insgesamt 25 relevante Aromen - und Geschmackskomponenten wurden gefunden und durch geschulte Personen qualitativ bewertet. So wurden unerwünschte Aromen identifiziert, die dann durch extraktive Fraktionierung abgetrennt werden. Aus diesem Proteinisolat wurden am Fraunhofer IVV zahlreiche wohlschmeckende Produkte entwickelt, bei denen Milch- oder Eizutaten durch Pflanzenprotein ersetzt werden. Durch das Start up Unternehmen Prolupin. werden die Produkte kommerziell hergestellt und vertrieben. Sie sind on-line erhältlich, aber auch in großen Ladenketten im Regal zu finden.

                                                       
                                                                                             Lupine vitabor                                                                    Beispiele für Produkte mit Lupinen-Eiweiß

Diese Produkte sind eine interessante Option als "Gesundheitsnahrung" für Personen mit Allergie gegen bestimmte Sorten von tierischem Protein, aber auch für die wachsende Gruppe an  Veganern.
Es sei  jedoch nicht sein Ziel, so Dr. Eisner, Konsumenten zu überzeugen, Veganer oder Vegetarier zu werden. Aber "Flexetarier" mit mehr Balance im Verzehr von tierischem und pflanzlichen Protein wäre sicher von Vorteil, allgemein und für das individuelle Wohlbefinden.
Abschließend ging Dr. Eisner noch auf Handlungsoptionen zur besseren Nutzung von Lebensmitteln ein. Dazu gehören u.a. Einhalt beim Verwerfen noch genussfähiger Lebensmittel in westlichen Ländern oder die vollständigere Nutzung der Ernte  landwirtschaftlicher Produkte z.B. in Südamerika oder Afrika. Die bio-ökonomische Forschung wird sich zudem auf eine ganzheitlichere Nutzung von Agrarrohstoffen mit einem weiter steigenden Einsatz von Pflanzenproteinen konzentrieren.
Ein mitreißender Vortrag von Dr. Eisner, informativ und inspirierend, ein besonders Erlebnis, ihn live gehört zu haben.

 
 
                            Exzellente Ausführungen von Dr. Eisner                                   Ein Genuss dieser Vortrag ...anregend zu vielen Gesprächen                                          Ein kleines "Lions"-Präsent


Clubabend am 10. Oktober 2016 -     Kurzer Einblick in Umfang und Strategien europäischer Patentanmeldungen

Dr. Herbert Bauer, Principal Director am Europäischen Patentamt  (EPA) in München hat situationsbedingt einen kurzen Abriss gegeben von Umfang und Strategien europäischer Patentanmeldungen, einem wichtigen Aspekt im globalen Wettbewerb mit seiner hohen Dynamik
Bei der Patentanmeldung werden dabei unterschiedliche Strategien verfolgt. Kleine und mittlere Unternehmen haben primär die Zielsetzung, neue Ideen und Entwicklungen im Hinblick auf  kommerzielle Umsetzung und Markteintritt zu schützen. Große Unternehmen und Konzerne verfolgen häufig weiter reichende Strategien. Mit der Anmeldung einer Vielzahl neuer Ideen und Erfindungen zu einem Patent wollen sie in erfolgversprechenden Zukunftsfeldern Landmarks setzen, um sich gegenüber etwaigen Wettbewerbern Freiräume zu erhalten bzw. einen Vorsprung zu sichern. Vielfach erfährt nur ein relativ geringer Anteil an Anmeldungen eine wirtschaftliche Umsetzung. Schließlich werden auch von Ländern Patentstrategien verfolgt. So unterstützt die chinesische Regierung ihre Unternehmen massiv, Patente anzumelden, insbesondere in China.
Im EPA werden jährlich rund 300 000 Patentanmeldungen bearbeitet. Ungefähr die Hälfte kommt aus Europa. Davon wiederum rund die Hälfte aus Deutschland. Ein hoher Level an Patentanmeldungen ist im Maschinenbau zu verzeichnen sowie in der Mechatronik, der Kombination von Maschinenbau, Elektronik und IT. Hier ist gerade durch Industrie 4.0 eine besondere Dynamik gegeben. Die Anmeldungen im Bereich Biotechnologie sind dabei etwas zurückgegangen.
Neben dem EPA haben auch weiterhin die nationalen Patentämter wie das Deutsche Patentamt ihre Bedeutung. Denn viele kleinere Unternehmen melden u.a. aus Kostengründen ihre neue Ideen nur in wenigen Ländern an, in denen sie im Markt vertreten sind oder neue Marktchanen sehen.

 
               Interessante Ausführungen von Dr. Herbert Bauer                                                Gleich im Dialog - Referent und Präsident

Clubabend am 19. September 2016 - Armenien reich an Kultur und christlicher Tradition, stets im Blickfeld politischer Interessen

Armenien war einst ein bedeutendes Land vom Kaspischen Meer bis zum Mittelmeer und Teilen Persiens. Heute hat Armenien flächenmäßig nur noch eine Ausdehnung vergleichbar dem Bundesland Brandenburg. Es geriet im Laufe der Geschichte immer wieder in den Fokus politischer Machtinteressen und befindet sich heute in der Zwickmühle zwischen der Türkei und Aserbeidschan, erfährt aber zur Zeit die Unterstützung des Iran, so Prof. Horst Schmidt-Bischoffshausen,
Armenien ist eine Gebirgsregion mit über 4 000 m hohen Bergen und tief eingeschnittenen Tälern. Rund 90 % der Landfläche liegen über 1 000 m. Armenien ist kein reiches Land. Neben kriegerischen Auseinandersetzungen wurde es auch immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht. Das Land lebt vorwiegend von Landwirtschaft und Handwerk und zunehmend auch vom Tourismus. Denn  Armenien ist durchaus westlich orientiert. Es
 ist ein stolzes Land, reich an Bildung, Kultur und christlicher Tradition. Im Jahre 301 wurde das Christentum als Staatsreliogion eingeführt. Heute sind Staat und Kirche getrennt. Geblieben sind viele Zeugen dieser christlichen Tradition. Neben zahlreichen Kirchen und Klöstern und unzähligen Kreuzsteinen ist der Etschmiadzin zu nennen, der dem armenisch apostolischen Vatikan entspricht mit prächtigen Sakralbauten. Geblieben ist vor allem eine tiefe Frömmiglkeit der Bevölkerung, die auch heute noch gelebt wird.
Armenien hat keine große strategische Bedeutung, u.a. kaum Bodenschätze, so Horst Schmidt-Bischoffshausen. So dürfte dieses Bollwerk an hochentwickelter Kultur und langer christlicher Tradition in dieser unruhigen Region ein Grund sein, warum Armenien immer wieder in das Blickfeld politischer Interessen gerät. Wertvolle Informationen zu diesem Thema, das uns auch in Zukunft noch vielfach begegnen wird.
  
  
    
                    Die geographische Situation                                                Kleiner und großer Ararat                                                    Felsenkloster Tatev                                          Kloster am Sewansee im Norden

                                  Blick auf Eriwan                                              Ewiges Feuer im Genozid Denkmal         Etschmiadzin - Vatikan der Orthodoxen Christen                              Gottesdienst in der Kathedrale


                                                             
                                                                                                                             Herzlicher Dank



Rückblick Lions-Jahr 2015 / 2016
Clubabend am 13. Juni 2016 - Moderne Unternehmenskulturen - Diversity Management und Gender

Um  Diversity Management und Gender in Unternehmen einzuführen, ist es wichtig, das jeweilige Management von bereits vorliegenden Ergebnissen und Erfahrungen zu überzeugen.
Frau Prof. Schraudner ging zunächst auf die 3 Ebenen von Diversity ein. Die primäre Dimension umfaßt wahrnehmbare Merkmale wie Hautfarbe, Ethnische Zugehörigkeit, Physische Fähigkeiten, Alter und Geschlecht. Zur sekundären Dimension gehören Identitätsmerkmale, die sich auf den sozialen Kontext beziehen wie Ausbildung, Familienstand, Gewohnheiten oder Freizeitverhalten. Die organisationale Dimension erstreckt sich auf strukturierende Merkmale, die sich auf die Arbeitssituation beziehen, z.B. Management/Status, Abteilung/Einheit, Arbeitsinhalte/Arbeitsfeld oder auch Funktion/Einstufung.
                                                                           
                                                                                                                                          Diversity

Eine Umfrage bei DAX 30 Unternehmen über die Bedeutung der einzelnen Dimenisonen von Diversity führte zu folgendem Ergebnis. Oberste Priorität haben Geschlecht/Gender. Dann folgen Kultur/Nationalität, Alter, Unternehmenskultur, Kompetenzen, Work-LIfe Balance und letztlich Behinderung, sexuelle Orientierung und Religion.
Die Nutzenargumente im Umfeld Chancengleichheit durch Diversity reichen vom Erfüllen gesetzlicher Vorgaben über die Steigerung von Kreativität und Motivation bis hin zum Aufbau einer lernfähigen Organisation. Veränderungen bewirken insbesondere neue technische Möglichkeiten, vor allem die digitale Transformation.  Aus Umfragen mit internationalen Konzernen wie Allianz, BASF, Bayer, Bosch, Infineon oder Microsoft ergeben sich in Unternehmen 4 typische Kulturmuster:
offene Hochleistungskultur ( offen, dynamisch, leistungsorientiert), konformistische Formalkultur ( formal, homogen, bürokratisch), konservative Anschlusskultur (traditionell, konservativ, geschlossen) und eine veränderungsorientierte Bewahrungskultur ( hierarchisch, veränderungswillig, Diversity orientiert, ambivalent).
Zu den häufig genannten Erfolgsfaktoren für eine Karriere zählen selbstbewusstes Auftreten, gute Repräsentationsfähigkeiten, Durchsetzungsvermögen, Erzielen schneller Lösungen sowie gutes Netzwerk. Bei den beschriebenen Stärken männlicher Führungskräfte werden Selbstmarketing und Durchsetzungsstärke an oberster Stelle genannt. Frauen und Männer benennen dagegen als Stärke weiblicher Führungskräfte Empathie, Sachorientierung, Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, integrierendes Handeln. Aus diesen Ergebnissen wird ersichtlich, dass kompetentes und zielorientiertes Beachten von Diversity und Gender einen deutlichen Mehrwert für Managementriegen und Projektteams bewirken kann. Gesetze und Regelungen können Verstöße gegen Gleichbehandlung sanktionieren.
Entscheidend für den Erfolg von Diversity Management in einem Unternehmen sind aber TOP Down Initiativen und Programme.
Die  Ausführungen von Frau Prof. Schraudner, mit Charme und Esprit vorgetragen, wurden mit viel Beifall bedacht und führten zu einer interessierten Diskussion. Insbesondere wurde nach Ergebnissen in mittelständischen Unternehmen mit meist weniger komplexen Strukturen gefragt. Umfangreichere Ergebnisse liegen nicht vor. Der Mittelstand wird aber in zukünftigen Forschungsvorhaben einen besonderen Stellenwert einnehmen.                                                    

                         Erwartungsfrohe Teilnehmer                                                               Letzte Feinabstimmung

   
      Exzellente Ausführungen von Frau Prof. Dr. Martina Schraudner               Dank des Präsidenten mit einer Flasche exquisitem Rotwein
       
 

         
Clubabend am  23. Mai 2016
Einsatz in Südafrika - Einrichtung des Malteser Ordens hilft den Bedürftigen vor Ort

Pater Gerhard T. Lagleder, seit 30 Jahren Missionsbenediktiner der Erzabtei St. Ottilien informierte zunächst über die Gründung der "Brotherhood of Blessed Gerard" als katholischer kirchlicher Verein, als gemeinnützige südafrikanische Organisation und als Hilfsorganisation des Malteserordens in Südafrika. Dann berichtete er über die ganzheitliche Hilfe, die das vor 20 Jahren gegründete "Blessed Gerard`s Care Center" im Großraum Mandeni mit einem Einzugsgebiet von einer Viertel Million Menschen leistet. 

          
                             Pater Gerhard                                             Glücklich im  Kinderheim                                                  Notfallfahrzeug  

Die Hilfe erstreckt sich auf 8 Bereiche.
Hospiz- und Palliativpflge - Hier werden Patienten mit fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheiten behandelt und gepflegt. Im Jahr 2015 waren 248 Patienten stationär aufgenommen.
AIDS Behandlung - Hier wird kostenlos Hoch Aktive Anti Retrovirale Therapie ( HAART Programm) angeboten - aber auch Selbsthilfegruppen und soziale Betreuung. Im Jahr 2015 wurden 780 Patienten behandelt.
Kinderheim - Hier finden "Waisen und gefährdete" Kinder ein Zuhause - z.B. krank, ausgesetzt, misshandelt, AIDS infiziert, behindert, elternlos. In 2015 bot das Heim 26 Kindern ein  Zuhause.
Kindergarten und Vorschule - Diese Einrichtung wird in Whebede, einer ärmlichen Gegend betrieben. Im Jahr 2015 wurden 80 Kinder betreut, deren Mütter somit zur Arbeit gehen konnten.
Klinik für unter-, mangel- und fehlernährte Kinder - Sprechstunden, , Behandlungen und Versorgung mit Nahrung. Im Jahr 2015 wurden 60 Patienten betreut; zudem wurden 770 Konsultationen durchgeführt. 
Stipendien-Fonds - Im Jahr 2015 wurden 62 Schülern und Studenten (m/w) die Ausbildung bezahlt. Dafür wurden rund 60 000 Euro aufgebracht.
Nothilfe-Fonds - Hilfe für unmittelbare Not und Bedrängnis, z.B. Nahrungsmittel für Hungernde, Kleidung für Arme, Baumaterialien nach einem Hüttenbrand, Beratung in Konfliktsituationen.
Kranken-Fonds - Hierüber wird armen Kranken geholfen, die sich eine nötige medizinische Behandlung nicht leisten können.

Die Leistungen müssen unentgeltlich angeboten werden, weil nahezu alle Patienten und Betreuten bettelarm sind. Deshalb "bettelt" Pater T. Lagleder auf seiner Europa-Tour auch wieder um Spenden, um in 2016 die Ausgaben in Höhe von rund 18,5 Mio Rand ( ca. 1,1 Mio Euro) bestreiten zu können.
Aufgrund seiner Erfahrung, seines erfolgreichen Wirkens und seiner Strahlkraft wurde Pater Gerhard in verschiedene hochrangige Funktionen berufen. So wurde er vor 15 Jahren zum Leiter des AIDS Kommittees der Diözese Eshowe ernannt. Er war weiterhin Delegationsleiter des Souveränen Malteser-Ritterordens bei der Weltkonferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz. Vor 10 Jahren repräsentierte er Südafrika bei der Afrika - Konferenz des Malteserordens und wurde zum Vorstandsmitglied der Palliativpflege-Gesellschaft Südafrikas(PCSSA) gewählt. Somit engagiert sich Pater Gerhard T. Lagleder auf verschiedenen Ebenen zum Wohle der Armen. Ein eindrucksvoller Clubabend über ein segensreiches Wirken, das auch unser Lions Club unterstützen wird.

    
                              Volle Aufmerksamkeit                                                      Pater Gerhard T. Lagleder erläutert das Spektrum der  Hilfe für die Armen und Bedürftigen
                          
                                  
                                                Interessierte Diskussion ...                                              ... mit Pater Gerhard                                Dank des Präsidenten

Clubabend am 11. Mai 2016

Massenmedien und Ethik - eine Herausforderung im Wandel der Zeit

Dr. Heinz Klinger setzte sich zum  Ziel, eine Brücke zu bauen zwischen Massenmedien und Ethik. Er brachte hierzu seine Sicht und Erfahrung u.a. aus verantwortungsvoller Tätigkeit in Gremien des Bayerischen Rundfunks ein. Ethik ist ein vereinbarter Verhaltenskodex mit der Gesellschaft. Diese Vereinbarung ist nicht starr, sondern unterliegt Veränderungen entsprechend dem gesellschaftlichen Wandel.
Hinsichtlich Ethik kommt  Massenmedien wie dem BR eine besondere Bedeutung zu. Der Hörfunk ist das älteste Massenmedium. Zu einem Zeitpunkt werden Millionen von Zuhörern mit gleicher Information erreicht. Ähnliche Wirkung hat das Fernsehen. So hatten viele Kunden eine gemeinsame Informationsplattform für Gespräche und Diskussionen in der Familie oder dem Freundeskreis.
Eine gravierende Änderung ergab sich mit dem dritten Ausspielweg, der Telekommunikation, mit heute schneller Datenübertragung über das Internet. Nun hat jeder Kunde die Möglichkeit, sich individuell sein eigenes Programm über eine Mediathek zu erstellen, sich frei Information aus anderen Quellen zu besorgen, z.B. im Minuten Takt aktuelle Nachrichten über entsprechende Apps.
Dieser technischen Veränderung trägt auch der BR Rechnung. Die organisatorische Dreigliederung Hörfunk, TV und Telekommunikation wurde abgelöst durch eine Direktion aktuelle Information, die in allen 3 Ausspielwegen konsistent sein muss, und in eine Direktion planbare Sendungen wie Dokumentation, Berichte oder Spielfilme.
Die zunehmende Kleinteiligkeit der Gesellschaft mit individuelle verfügbarere Information trägt auch zu einer graduellen Veränderung in  ethischen Grundwerten bei. Deren Vereinbarung erfolgt über Metapher und Bilder und läßt sich  mit einem Wandel über viele Jahre festmachen, z.B. der Freizügigkeit in Spielfilmen oder der heutigen gesellschaftlichen Gleichstellung von Mann und Frau.
Ein Beispiel für ethische Herausforderungen sind  Sportereignisse. Übertragungen von Wettbewerben im Fußball oder Radrennsport finden überragendes Interesse bei den Kunden. Gleichwohl sind  Handlungsweisen mancher Sportorganisationen auf dem Prüfstand. Eine ethisch angemessene Lösung ist eine ausgewogene Berichterstattung, über die Wettbewerbe einerseits, aber auch mit kritischer Hinterfragung des Agierens von Sportorganisationen andererseits. 
Ein Massenmedium wie der BR fühlt sich in seiner ethischen Verantwortung u.a. einer ausgewogenen und wahrheitsgetreuen Berichterstattung verpflichtet; u.a. auch im Bereich political correctness.Das bedeutet auch, nichts essentielles wegzulassen. Dabei gibt es immer wieder Grenzfälle zwischen Information und Meinung von Redakteuren.
In der gesamten ethischen Ausrichtung seines Programms wird der BR unterstützt von einem Rundfunkrat mit 47 Mitgliedern aus allen Kreisen der Bevölkerung und ist damit ein wahrer Repräsentant der Gesellschaft. Nicht von ungefähr hat der BR einen deutlich höheren Vertrauensbonus als manch andere Medien, die  primär kommerzielle Interessen verfolgen.
Ein interessanter Clubabend mit besonderen Einblicken in "unseren BR".


      
             Volle Aufmerksamkeit bei den Ausführungen von Dr. Klinger                                          Intensive Diskussionen im Anschluss
 
                       

                                         Als Dank ein  Geschenk des Präsidenten......                    ....eine Flasche edler Rotwein zur Freude des Referenten


Clubabend am 18. April

Vermögenswerte im Wandel der Generationen - vom Sparbuch zu nachhaltigen Investments

Claudia Dittmar und Artur Kampik unterteilten ihre Zeitreise in 3 Generationen:
Generation der Veteranen, beginnend in der Zeit nach Ende des zweiten Weltkrieges. Zielsetzung war, am wirtschaftlichen Aufschwung mitzuwirken und teilzuhaben. Vom Einkommen wurde in der regel ein machbarer teil auf das Sparbuch eingezahlt, mit Vertrauen in die Bank vor Ort bei einem Zins von ca. 5%. Mit dieser Form der Vermögensbildung wurden langfristige Ziele wie ein Eigenheim und auch mittelfristige Ziels wie ein erstes Auto für individuelle Mobilität verfolgt. Wichtig war nach den Jahren der Entbehrungen  auch der allgemeine Konsum, z.B.  mit dem Genuss ausreichender Nahrung.
Generation der Baby-Boomer, die Mitte der 80-iger Jahre folgte. Diese Menschen hatten nicht mehr den Krieg erlebet, aber sie erlebten großen Wettbewerb in ihrer Generation. So lernte sie effizienter zu handeln und zu wirtschaften. Anlagen in Aktien und Anleihen mit höherern Renditen rückten in den Vordergrund, eine Anlagenform, wie sei seit jeher in den USA praktiziert wird. Aufgrund des allgemeinen Wirtschaftswachstums galten etwas höhere Risiken überschaubar. Auch wenn die Emittierung der Telekom Aktie Mitte der 90-iger  als erster Volksaktie wieder für Ernüchterung sorgte. 
Generation der digitalen Zeit, die um die Jahrtausendwende begann. Aufgrund der dynamischen Entwicklung wird sie schon jetzt in 3 Generationen x,y,z unterteilt. "x" mit dem Nutzen erster aufkommender digitaler Möglichkeiten und "z" mit dem umfänglichen Anwenden neuester digitaler Medien, vor auch der smart-phones. Diese Generation ist mobil, will etwas erleben, und ist vor allem sehr gut informiert, auch über Möglichkeiten der Vermögensbildung. Und sie gehört zu der Generation der Erben. In Deutschland werden in den nächsten Jahrzehnten rund 3 Bio Euro vererbt, in den USA rund 30 Bio US $. Diese Generation der Erben ist meist auch weit gereist und hat Verhältnisse in anderen Ländern und Regionen kennengelernt. So ist diese Generation häufig an nachhaltigen Investments interessiert mit Anlagen in Firmen und Fonds, die soziale und ökologische Ziele verfolgen. Dafür nimmt man auch eine geringfügig kleinere Rendite in Kauf.
Die Referenten boten eine Begriffsklärung für nachhaltiges Investment, denn dieser Ausdruck wird von Anlegern sehr weit interpretiert. Impact Investing wäre manchmal zutreffender.
Bei aller sozialen und ökologischen Zielsetzung ist aber von den Anlegern im eigenen Interesse darauf zu achten, dass die Firmen und Fonds auch  eine gute Betriebsführung nachweisen können.
Als Fazit bleibt: Jede Generation braucht ihre eigene Ansprache, auch bezüglich Vermögensbildung. Die heutige Generation steht vor einer größeren Herausforderung hinsichtlich Altersvorsorge. Nachhaltiges Investment bietet hier eine Chance. Der Vermögensübergang braucht Begleitung. Und gegenseitiges Verständnis. Es bleibt aber auch in Zukunft.das Streben nach Sicherheit und Stabilität als einem Grundbedürfnis. 
Langanhaltender Beifall war der Dank der Teilnehmer an Claudia Dittmar und Artur Kampik für diesen glänzenden Vortrag. Für jeden eine Bereicherung und gut investierte Zeit .


    
 Präsident Hermann Pointl führt in das Thema der Referenten ein, li. T. Adam                              Volle Aufmerksamkeit beim Vortrag                                                      Dank des Präsidenten an Claudia Dittmar und Artur Kampik
 
Clubabend am 14. März 2016

Wirtschaft und Werte - deutsche Unternehmen in China

China ist weltweit die zweitgrößte Volkswirtschaft. Dieser Markt ist für die deutsche Wirtschaft mit ihrer Exportstärke von essentieller Bedeutung, so  Dr.Sabine Stricker-Kellerer in ihren einleitenden Worten.
Die Geschäftsaktivitäten zwischen Unternehmen aus China und Deutschland sind primär eingebettet in den politischen Rahmen. Seit 2004 werden die deutsch - chinesischen Beziehungen als Strategische Partnerschaft in globaler Verantwortung gesehen. Mit dem Staatsbesuch des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping im März 2014 wurden diese zu einer umfassenden Partnerschaft angehoben, so Frau Dr. Stricker-Kellerer. Trotz dieser guten Beziehungen bestehen noch unterschiedliche Meinungen im Bereich der Menschenrechte, insbesondere der persönlichen Freiheitsrechte. Auf ein in dieser Hinsicht stärkeres Agieren der Politik deuten u.a. TV Interviews von in- und ausländischen Menschrechtsanwälten mit schwer nachvollziehbaren Geständnissen.
Im geschäftlichen Gebaren gibt es zwischen Unternehmen aus China und Deutschland viele Ähnlichkeiten, u.a. die Neigung und Kompetenz, in Netzwerken zu arbeiten. Aber es gibt natürlich auch signifikante Unterschiede. Dies beginnt vielfach schon bei den Vertragsverhandlungen. In Gesprächen vereinbarte Eckpunkte werden manchmal am nächsten Tag von chinesischer Seite wieder in Frage gestellt. Aus deutscher Sicht oft unverständlich. Aber Chinesen haben eine andere Wertvorstellung. Sie haben vielfach geradezu Lust am Verhandeln, während es für Deutsche oft nur eine Notwendigkeit darstellt.

China hat jahrelang ein außergewöhnlich hohes Wachstum verzeichnet. Diese Situation hat die deutsche Wirtschaft genutzt. So sind rund 5 000 Firmen aus D in China tätig. Deutschen Direktinvestitionen betrugen in 2014 rund 40 Mrd Euro, während China nur rund 1,4 Mrd  Euro in Deutschland investierte. Hierzu gehörten u.a. die Übernahme des Betonpumpenherstellers Putzmeister oder des Automobilzulieferers Kiekert.
Deutsche Unternehmen haben aber in China kaum die Chance auf Übernahmen eines Unternehmens, sondern nur auf Joint Ventures. Damit sind dort in der Mitarbeiterführung auch westliche Wertvorstellungen  nicht uneingeschränkt anzuwenden. Dies betrifft z.B Fürsorgepflicht, Schärfung des Umweltbewußtseins oder Einhaltung von Corporate Governance.
Wertediskussionen gibt es auch zwischen Unternehmen und den Behörden sowie mit dem Staatssystem mit eigener Rechtsprechung.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage in China zeigt, dass zum Teil deutliche Überkapazitäten vorliegen und eine Schließung mancher Werke nicht mehr undenkbar ist.Deshalb wird in diesen Bereichen nicht mehr so sehr um ausländische Firmen und Investitionen geworben. Eine besondere Chance bietet aber der geplante Umbau in China von einer exportgetriebenen zu einer nachhaltigen innovationsgetriebenen Wirtschaft mit dem chinesischen Leitbild einer ökologischen Zivilisation. Hier sind deutsche Firmen mit ihrer Kompetenz in Klima- und Umweltschutz sowie in den Erneuerbaren Energien ein gesuchter Technologie-Partner. Dabei dürfte in der Zusammenarbeit sicher auch die spezielle Einstellung der Chinesen bezüglich der Nutzung patentrechtlich geschützter Innovationen immer wieder zu Tage treten.
Zusammenfassend sieht Frau Dr. Sabine Stricker-Kellerer auch in Zukunft gute Perspektiven für einen weitern Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Neben den kulturellen Unterschieden ist es aber stets wichtig, sich an den  aktuellen Strömungen in Wirtschaft und Politik in China zu orientieren. In Verbindung mit kompetenter anwaltlicher Beratung sind auch zukünftig gute Vorzeichen für neue Geschäftsaktivitäten deutscher Firmen in China gegeben .
Die spannenden Ausführungen von Frau Dr. Sabine Stricker-Kellerer führten zu einer intensiven Diskussion mit interessanten Fragen und weiteren Hintergrundinformationen.


     
       Großer Applaus und ein Präsent für Dr. Sabine Stricker-Kellerer              Angeregte Diskussionen mit mancher Erinnerung an eigene Erfahrungen 



Clubabend am 29. Februar 2016

Unternehmensethik und Unternehmenskultur - Folgen gravierender Abweichungen am Beispiel des Konzerns Enron

Prof. Dr. Otto-Peter Obermeier hat zunächst aus einer langjährigen Erfahrung Grundprinzipien der Unternehmensethik erläutert und die Bedeutung einer adäquaten Unternehmensorganisation herausgestellt. Diese ist essentiell für eine gelebte Unternehmenskultur , also die Befolgung eines Business code of ethics durch alle Mitarbeiter/innen eines Unternehmens, einschließlich der Spitze des Managements
Dennoch kommt es immer wieder in Unternehmen zu schwerwiegenden Abweichungen mit zum Teil gravierenden Folgen bis hin zum Konkurs von Firmen.
Um Ursachen hierfür besser zu verstehen, hat Prof. Obermeier zunächst  vereinfachend unterschiedliche Modelle von Wirtschaftssystemen adressiert. Feudalismus, Faschismus, Kommunismus orientieren sich an konstantem Besitz, aber unterschiedlicher Aufteilung des Ertrages. Klassischer Kapitalismus zielt auf Erhöhung des Besitzes und damit auf erhöhten Ertrag. New Economy versucht vielfach durch finanztechnische Machenschaften und überzogene Marktnachfrage eine äußerst dynamische bis sprunghafte Erhöhung von Besitz und Ertrag, wobei diese virtuellen Werte nicht mehr in Einklang mit der wirtschaftlichen Realität stehen. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Meßlatten  zur Beurteilung von Unternehmen, Personen und deren Handlungen. Hier sind zwei Optionen zu nennen, Befolgung religiös-ethische Grundsätze oder primär die Bewertung von Handlungen anhand von  deren Folgen und Ergebnissen. In diesem Kontext ist zudem zwischen Moralität und Legalität zu unterscheide. Um eine moralische Bewertung vornehmen zu können, bedarf es nicht nur der Vernunft, sondern auch der Intuition und des Gefühls. 

Vor diesem Hintergrund hat Prof. Obermeier zwei Beispiele für gravierende Abweichungen vorgestellt.
Das Unternehmen Manville ist ein großer Hersteller von Baustoffen, auch asbesthaltigen Produkten.Schon Anfang der 30iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es erste belegte Studien, die auf das Risiko einer ernsthaften Erkrankung der Lunge durch Asbeststaub hinwiesen. Diesbezügliche Veröffentlichungen in einer  Branchenzeitung wurden abgelehnt, die Mitarbeiter auf Anweisung des obersten Managements auch intern nicht über das Risiko aufgeklärt. Ein Verhalten, das moralischen Ansprüchen an Managementverantwortung nicht gerecht wird.

Als zweites Beispiel diente das Unternehmen Enron. Das Unternehmen ist 1985 aus der Fusion von zwei kleineren Gasleitungsbetreibern entstanden und lag auf Position 850 von 1000 Unternehmen. Die Vision war, zunächst der größte Gasleitungsbetreiber von Nordamerika zu werden, bald aber zum größten Netzbetreiber und Lieferanten von ganz Amerika aufzusteigen. Mit diesen ehrgeizigen Zielen war das Unternehmen bereits im Jahr 2000 auf Position 7 der Unternehmen in USA vorgerückt. Wie war dieses unglaubliche Wachstum möglich?
Der an der Börse notierte Konzern wurde von nur 3 Managern dominiert.
Große Unternehmen mit infrastruktureller Bedeutung stehen häufig auch in Wechselwirkung mit der Politik. Einer der 3 Topmanager hatte engen Kontakt zum damaligen US-Präsidenten, der von seinem Vorgänger getroffene Sanktionen gegen das Unternehmen aufhob.
Entscheidend war aber, dass die Konzernspitze nach einiger Zeit zu finanztechnischen Besonderheiten griff. Bei Termingeschäften wurden beim Verkauf von Erdgas die Erträge sofort gebucht, während beim Kauf der Aufwand erst verspätet gebucht wurde. Somit stieg der Gewinn in entsprechenden Berichtsperioden. Zudem ging Enron dazu über, solche Geschäfte in ausländischen Off-shore Gesellschaften abzuschließen, die unter der Kontrolle von Enron standen, aber nicht in den Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses von Enron einbezogen wurden. Enron machte praktisch Geschäfte mit sich selbst.
Im Oktober 2001 begann die Blase zu platzen. Enron gestand, dass Gewinne in den Jahren zuvor um 1,2 Mrd. Dollar zu hoch ausgewiesen wurden. Im Dezember 2001 meldete das Unternehmen Insolvenz an.
der Aktienpreis sank von einem Höchststand von 90 Dollar auf wenige Cent pro Aktie, die Betriebsrenten für die Mitarbeiter/innen waren verloren. Das Management verkaufte jedoch im August 2000 seinen Aktienbestand  noch bei Höchstkurs. Im Februar 2002 wurde bekannt, dass rund 500 Manager noch kurz vor dem Konkurs kräftige Bonuszahlungen erhielten, allein Kenneth Lay rund 300 Millionen Dollar. 
Zumindest wurde im Januar 2005 das Management zu spürbaren Entschädigungssummen verurteilt, die sie zu einem  Teil auch aus ihrem privaten Vermögen begleichen mußten. ( ausführliche Information u.a. in Wikipedia).

 
                                                                                   
                                                                                                                                Bestens besuchter Clubabend
 
    
            Elmar Schiecke stellt den Referenten vor                           Prof. Dr. Obermeier bei seinem Vortrag                                 Aufmerksame Zuhörer                                             Dank und Präsent des Präsidenten


Fazit: Eine unglaubliche Aneinanderreihung von Verstößen gegen Moralität und Legalität. Lernen wir daraus? Ja, wir erkennen die Mechanismen, aber wir erkennen auch, dass wir nur bedingt etwas dagegen unternehmen können.  Unternehmensethik, Unternehmensorganisation, Unternehmenskultur sind  unbestritten die Grundlage für verantwortungsvolles Handeln. Eine zusätzliche Abteilung für Compliance mag die Einhaltung durch Mitarbeiter kontrollieren. Entscheidend ist aber, dass das Top-Management Unternehmenskultur vorlebt. Denn vielfach zeigt die Erfahrung, rechtzeitig greifen bei gravierenden Abweichungen weder Kontrolle durch Compliance noch durch den Aufsichtsrat.

Clubabend am 15. Februar 2016

Wirtschaften mit Verantwortung - eine aktuelle Kampagne von Amnesty International

Kai Hüwelmeyer ist sei 10 Jahren bei Amnesty International tätig und seit 3 Jahren Mitglied der Themengruppe "Wirtschaft, Rüstung und Menschenrechte". Mit seinem Doppelstudium der Physik und Philosophie ist er für diese Aufgabe prädestiniert, denn technische Aspekte sind häufig Grundlage wirtschaftlicher Aktivitäten.
In seinen Ausführungen differenzierte er zwischen verschiedenen Wirtschafts
zweigen. Beispiele waren die Gewinnung von Rohstoffen ( Erdöl oder Erze), die Erschließung und Nutzung landwirtschaftlicher Flächen oder die Herstellung von Produkten wie Konsumer-Elektronik oder Textilien. Hierzu zeigte er  bewegende Beispiele von Menschenrechtsverletzungen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Bereichen wie der Gewinnung von Rohstoffen den Unternehmen wie auch den jeweiligen Staaten ein maßgebliche Verantwortung zukommt. Insbesondere gilt es hier auch Korruption einzudämmen und darauf zu achten, dass bei dieser wirtschaftlichen Erschließung auch Wohl  und Interesse der Bevölkerung Berücksichtigung finden. Dabei können die Staaten maßgeblich Einfluß nehmen auf die Einhaltung der Menschenrechte und weltweit verbindlicher Grundregeln für Arbeitsbedingungen oder Umweltschutz. Aber es liegt auch bei der Rohstoffgewinnung an den beteiligten Unternehmen, soweit wie möglich Standards aus ihren Ländern zu implementieren und damit  zu einer Weiterentwicklung im betreffenden Land beizutragen. Das ist vorbildlich gelebte Corporate Citizenship.
Bei rein marktwirtschaftlichen Aktivitäten wie der Herstellung von Produkten sind primär die produzierenden Unternehmen gefordert, Standards einzuhalten. Aber auch die Abnehmerfirmen und letztlich alle Endkunden stehen in der Verantwortung, mit realistischen Preisvorstellungen die Einhaltung von Standards zu unterstützen, z.B.  durch die konsequente Beachtung von Fair Trade Labels beim Kauf von Produkten, hergestellt in fernen Ländern. Eine "Geiz ist geil"- Mentalität kann  dagegen sehr negative Auswirkungen auf die Bedingungen in der Produktion haben.
Ein großes Problemfeld ist das Gebiet der Rüstung, mit vielen legalen und illegalen Wegen der Waffenbesorgung wie auch der Aufträge von Staaten für große Rüstungsgüter im Hightech Bereich. Hier ist Amnesty International ein steter Mahner, zumindest internationale Grundregeln  einzuhalten  und gleichzeitig eine mutige Organisation, schwere Menschenrechtsverletzungen ohne Rücksicht öffentlich zu machen.
In der Diskussion wurde speziell der Bereich der Produktion von Konsumgütern angesprochen. Hier wurde vorgebracht, es sei zu differenzieren zwischen Eigentümer geführten Unternehmen und Konzernen, bei denen angestellte Manager entscheiden, mit der häufigen Maßgabe der Aktionäre, für einen maximalen finanziellen Return zu sorgen.  Hinsichtlich multinationaler Konzerne sind also auch die Investoren in die Verantwortung zu nehmen.
Grundsätzlich haben die Unternehmen die Chance, im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten die Bedingungen für Mitarbeiter und damit mittelbar allgemein für die Menschen im jeweiligen Land zu verbessern. Amnesty International ist eine kraftvolle, idealistische Organisation mit realen Vorstellungen, die nimmer müde wird, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Hierfür wurde auch der  Referent Kai Hüwelmeyer mit  besonderem Applaus bedacht und von allen Teilnehmern ermutigt, sich auch in Zukunft so überzeugend zu engagieren
.



                                                               
 
                                            Kai Hüwelmeyer bei seinen Ausführungen       Wohl verdient.. die Flasche Biowein des Präsidenten


Clubabend am
01. Februar 2016

Einblicke in die Arbeit des Districts - Besuch von Frau Governor Waltraud Bauer

Der District übernimmt größere Aufgaben, die die einzelnen Lions Clubs nicht leisten können, aber allen Clubs und deren Mitgliedern direkt oder indirekt zugute kommen. Ein Beispiel ist das von Frau Bauer erwähnte European Covention Forum, das vom 9.-11. Oktober 2015 in Augsburg organsiert wurde. Es nahmen 1 400 Lions aus 49 Ländern teil, also auch von außerhalb Europas. Dieses Forum war eine gelungene Veranstaltung zur Festigung dieser Plattform für die Artikulierung europäischer Angelegenheiten der Lions. Und das Forum ist stets offen für alle Mitglieder. 
Ein wesentlicher Aspekt der Districts Arbeit erstreckt sich auf Programme zur Bildungsförderung. Zu nennen ist  z.B. das Programm "Kindergarten +" für Betreuer mit dem Ziel der Stärkung der kindlichen Persönlichkeit. Das Programm Klasse 2000 ist für Lehrkräfte und Gesundheitsförderer zur Anwendung in den 1. - 4. Klassen gedacht und im Lehrplan vorgesehen. Jugendliche von 10 -21 Jahren profitieren vom lions-eigenen Programm Lions Quest, das mit dem Ziel "Erwachsen Werden" und "Erwachsen Handeln" im Unterricht Themen wie Gewaltprävention, Konfliktbewältigung und Mobbing behandelt. Das Kultusministerium fördert den Einsatz dieses Programms in den Schulen und stellt Lehrer zur Ausbildung frei.
Erwähnt hat Frau Bauer auch den internationalen Jugendaustausch mit Jugendcamps in zahlreichen Ländern der Welt. Es wird Aufgabe des Districts sein, auch im Jahr 2016 ein entsprechendes Programm zu gestalten. Aber auch die alternde Gesellschaft ist bei Lions im Fokus mit entsprechenden Bildungsangeboten. Wir alle spüren gesellschaftliche Herausforderungen in Anbetracht stetiger Veränderungen und die daraus resultierende Notwendigkeit für lebenslanges Lernen Vor diesem Hintergrund ist in Kürze auch eine gesamt bayerische Bildungsinitiative zur Weiterbildung besonders der Amtsträgergeplant. Öffnen wird man sich auch für Beiträge  zur Unterstützung bei der Integration von Flüchtlingen ganz nach dem LIONs-Motto "We serve".
Frau Governor Bauer  hat mit ihren überzeugenden Ausführungen und ihrer herzlichen  Art alle gewonnen und dem manchmal etwas anonymen District ein so positives Gesicht gegeben. Frau Bauer war beeindruckt von unserem Clubabend, hat sehr anerkennende Worte für die Activities und das freundschaftliche Miteinander in unserm LC München-Arabellapark gefunden und sich in unserer Mitte sehr wohl gefühlt, wie sie uns wissen ließ. Beste Voraussetzungen für weiterhin gute Zusammenarbeit im Interesse der gemeinsamen Sache. Herzlichen Dank für ihr Kommen!

                        
                                                                           ......................................DG Waltraud Bauer in unserer Mitte .......................                                                                       


Medienethik - studienbegleitende Journalistenausbildung am ifp in München

Zweiter zentraler Aspekt des Abends war Medienethik. Monsignore Wolfgang Sauer hat weitreichende Erfahrung, u.a. als Referent für weltkirchliche Angelegenheiten oder als Direktor in Gremien verschiedener Hilfswerke ( Misereor, Adveniat).Als geistlicher Direktor versucht er am ifp eine Atmosphäre zu schaffen, die deutlich werden läßt, was Christsein heisst und wie Christen miteinander leben. Alle, die in der Kirche Platz haben, sollen auch am Institut die Chance auf studienbegleitende Journalistenausbildung finden können. Voraussetzung ist, sie sind dialogfähig und setzen ihre Meinung nicht als absolut. Dies erfordert der Respekt vor der Würde des anders denkenden Menschen. Wichtig ist jedoch, sich verantwortungsbewusst der Wahrheit verpflichtet fühlen und für diese auch einzustehen. So sieht Giovanni di Lorenzo die Journalisten als die Staatsanwälte der Wahrheit. Dabei gilt es  stets, die Grenzen zwischen Bericht und Kommentar zu beachten.
Wolfgang Sauer teilt nicht die Meinung von Franz Alt, man müsse sich von allem Religiösen befreien, denn Ethik sei wichtiger als Religion. Vielmehr ist er überzeugt, Ethos geht nicht ohne Verantwortung vor Gott und dem Menschen. Journalisten, die sich christlichen Werten verpflichtet fühlen, werden in Zukunft  weniger als Außenseiter oder gar "Hinterwäldler" angesehen.Vielmehr werden sie an Bedeutung gewinnen angesichts zunehmender Bedrängnis von außen. Eine angeregte Diskussion beendete einen Clubabend mit interessanter Weiterbildung, der noch lange nachwirken wird. 

 
                                
                                                               Angeregte Diskussion                                         "Im Wein liegt Wahrheit" - Passendes Geschenk für Msgr. Sauer




Verein Kind im Schatten e.V.  - eine vorbildliche, ehrenamtliche Hilfseinrichtung in München

Der ehrenamtliche Verein Kind im Schatten  e.V. arbeitet eng mir dem kbo-Kinderzentrum in München zusammen. Das kbo Kinderzentrum unter der Leitung von Prof. Dr. med. Volker Mall behandelt frühkindliche Behinderungen und Entwicklungsstörungen. Dazu gehören somatische und psychische Krankheitsbilder und  Körperbehinderungen mit daraus resultierende Problemstellungen.
                                                
                                                                                
               
Beispiele sind u.a. Autismus oder die Therapie von Schrei-Babies in einer neu eingerichteten Ambulanz. Man weiss heute, dass hier frühe Therapie helfen, um späteren Aufmerksamkeitsstörungen vorzubeugen. Das insgesamt breitgefächerte Therapieangebot erstreckt sich auf Montessori- Physio-, Musik- und Ergotherapie. Mittlerweile auch auf Therapien mit Tieren. Mit der universitären Anbindung durch den Lehrstuhl für Sozialpädiatrie an der TU München gilt das kbo Kinderzentrum als weltweit führende Referenzeinrichtung für sozialpädiatrische Zentren.

Der Verein Kind im Schatten e.V. hilft Kindern und deren Familien dort, wo die Krankenkassen nicht mehr zahlen. Wie Rudolf Greil und Jürgen Lechnich berichteten, erfahren sie durch die enge Zusammenarbeit mit dem kbo Kinderzentrum und dessen Sozialdienst von den Fällen mit großer Not. Kinder sind  durch eigene Behinderung im Schatten, aber vielfach auch, weil sie behinderte Geschwister haben und sich deshalb in Familien große finanzielle Belastungen ergeben. Dies gilt um so mehr, wenn Familien zerbrechen. Rund 70% der Anträge  werden von alleinerziehenden Müttern gestellt. 
Rudolf Greil und Jürgen Lechnich sind seit Jahren im Verein tätig. Sie haben ihre Erfahrungen überzeugend und einfühlsam geschildert und uns wissen lassen, sie könnten Stunden über soviel Fälle von Not berichten, dort wo sie helfen konnten, aber auch über Schiksale, bei denen der Verein an seine Grenzen stieß.Die knapp 30 Mitglieder des Vereins betreuen 30 bis 40 Projekte im Jahr. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit kommen die die eingehenden Spenden in vollem Umfang notleidenden Kindern und deren Familien zugute.
Jeder ging etwas nachdenklich nach Hause, berührt aber auch froh, dass es Kind im Schatten e.V. und seine helfenden Menschen gibt. Die jährliche Spende über unseren Lions ISARA Hilfsfond ist bestens eingesetzt, um Not zu lindern.

   
                       Beiträge der Referenten                                                              Freundschaftlich vertrauter Dialog                                                                Der Dank des Präsidenten