Clubabend am 9. November 2015

Menschenrechte in einer digitalen Welt - worum geht es ?

Die Vision von Amnesty International ist, alle Menschen führen ein Leben frei von "Furcht und Not". "Ohne Furcht" erfordert die Beachtung der Menschenrechte auch in der digitalen Welt. Nach Dr. Ingrid Bausch-Gall sind folgende Bereiche besonders tangiert: Meinungs- und Informationsfreiheit, Recht auf Privatleben und Privatsphäre, Schutz und Kontrolle von persönlichen und öffentlichen Daten. Dabei sollte ein ganzheitlicher Ansatz der Menschenrechte verfolgt werden. Dies bedeutet gerade im öffentlichen Bereich Schutz der Freiheitsrechte in Abwägung der Erfordernisse hinsichtlich Sicherheit. Diese Problematik ist sehr aktuell aufgrund der jüngsten Ereignisse.
Aber auch im persönlichen Bereich stellt sich z.B. die Frage, habe ich das Recht, von mir  in das  Internet eingestellte Informationen wieder gelöscht zu bekommen. Dies wird durch eine aktuelle Kampagne "Ich habe ein Geheimnis" nachdrücklich unterstützt. Frau Bausch-Gall hat  desweiteren den Schutz von Informanten angesprochen, die Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt haben, mit Edward Snowden als einem der bekanntesten Beispiele. 
Meinungsfreiheit wird von Amnesty International auch für Blogger eingefordert, die über Verletzungen der Menschenrechte berichten. Schließlich hat Frau Bausch-Gall noch auf einen besonderen Aspekt  der digitalen Welt hingewiesen. In diesem Jahr wurden weltweit rund 2 000 Menschen durch Drohnen getötet, also auf Basis der gezielten Nutzung von "Metadata".
Viele zukünftige Themen werden sich letztlich auf Big Data konzentrieren mit deren Nutzung  in verschiedensten Ausprägungen sowie auf  völkerrechtlich verbindliche Regelungen zum Umgang mit digitalen Rechten. Also Internetsecurity in technischer Hinsicht und Internetgovernance im politischen Bereich.
In der anschließenden Diskussion wurden dann sehr lebhaft erörtert gemachte Erfahrungen zum Schutz persönlicher Informationen im Internet sowie Sichtweisen zur Datennutzung unter Abwägung von individuellen Freiheitsrechten und öffentlichem Schutzbedürfnis. Ein spannender Clubabend mit einer hervorragenden Referentin und der allgemeinen Erkenntnis: "Bezüglich Menschenrechte in der digitalen Welt gibt es auch zukünftig  viel zu tun; packen wir es an."

 
                              Dr. Ingrid Bausch-Gall                                                                        Ein interessantes Thema.....

 
                       ... das alle anspricht                                                                Präsident Hermann Pointl dankt der Referentin


Clubabend am 26. Oktober 2015

Medienethik - Hintergründe, Prinzipien, Auswirkungen

Präsident Hermann Pointl ging in seiner überzeugenden Einführung auf grundlegende Fragestellungen der Medienethik ein: Mit welchen Methoden und Mitteln dürfen Informationen beschafft werden? Wie weitgehend dürfen die bearbeitet und komprimiert werden? Welche Formulierungen und Worte dürfen gewählt werden? Wie sollen Informationen zur Publikation ausgewählt werden? Welche Informationen, insbesondere Bilder, sollten eher nicht publiziert werden? Mit weiteren Ausführungen zu Dimensionen der Medienethik, zu Institutionen der Selbstkontrolle bis hin zur Struktur des Deutschen Presserates war eine hervorragende Überleitung zur Referentin des Abends gegeben.

Frauke Ancker adressierte einleitend die Bedeutung der Presse als die 4. Gewalt in einer Demokratie ein, zur unabhängigen  Kontrolle von Legislative, Judikative und Executive.
Dann ging sie auf die Frage ein, wie funktionieren eigentlich Print-Medien. Diese unterliegen einem harten Wettbewerb durch die zunehmende Nutzung elektronischer Medien. Die Auflage von Tageszeitungen betrug im Jahr 1993 noch  35,4 Mio Exemplare, so liegt sie heute nur noch bei 18,5 Mio, also rund der Hälfte. Zudem erfolgt die Finanzierung der Print-Medien heute weitgehend  über den Vertrieb und nur noch zu einem geringen Anteil über Anzeigen. Die Vielfalt an Medien ist ein Spiegelbild der Vielfalt an Meinungen in einer Demokratie. Diese Vielfalt erhöht aber auch den Wettbewerb zwischen den Print- Medien. So versuchen Journalisten immer der Erste zu sein, um eine neue Meldung oder Nachricht zu platzieren und damit Leser anzuziehen. Dies erfolgt vielfach schon auf der Basis von Anfangsrecherchen, in der Hoffnung, ein Thema werde sich schon noch weiter entwickeln.
Für die Veröffentlichung der Beiträge von Journalisten ist letztlich die Zeitungs-Redaktion  zuständig. Bei der Vielfalt an Medien bilden sich natürlich  bestimmte Positionen der einzelnen Häuser heraus. Es obliegt dem Leser, diese zu erkennen, zu teilen, oder sich auch Informationen zu einem Thema aus weiteren Quellen zu besorgen.
Die Journalisten haben natürlich entsprechende Pflichten zu erfüllen. Diese sind z.B. im Pressekodex des Presserates beschrieben. Hierzu zählen u.a. ausreichende Recherche, objektive und wahrheitsgemäße Berichterstattung, Wahrung der Privatsphäre, Vermeidung von Beleidigungen und Schmähungen. Dabei ist  wichtig festzuhalten, es besteht strikter Informantenschutz. Jedoch ist der Journalist  nicht einem Interviewpartner verpflichtet. Das hat schon manche Persönlichkeit des öffentlichen Lebens leidvoll erfahren. Und daraus auch Konsequenzen gezogen, z.B manchen Zeitungen über Jahre keine Interviews mehr gegeben.
Bei Beschwerden an den Presserat hat dieser 3 Möglichkeiten zu reagieren - Korrektur, Mißbilligung und Rüge. Bei schweren wiederholten Verstößen wie nachgewiesenen Fälschungen, z.B. in der Bildberichterstattung, besteht aber auch die Möglichkeit des Berufsverbotes. Wenn einem Betroffenen die Veröffentlichung einer Gegendarstellung oder einer Rüge durch den Presserat nicht genügen, besteht immer die Möglichkeit einer zivilrechtlichen Klage gegen einen Journalisten auf Schadenersatz. Bislang sieht diese Regelung aber keinen Straftatbestand vor. Aber der Bundesgerichtshof scheint in diese Richtung zu gehen.
In der Diskussion wurden  einige Beispiele angesprochen, bei denen Journalisten durch ihr Vorgehen für  Aufsehen gesorgt haben. Aber man war sich einig, die überwiegende Mehrheit der Journalisten erfüllt seine Pflichten und berichtet objektiv und wahrheitsgemäß.
Die Befolgung ethischer journalistischer Grundsätze wird von weiter zunehmender Bedeutung im Zeitalter der digitalen Kommunikation. In diesem Zusammenhang erwähnt wurde der bundesweite erste Lehrstuhl für Medienethik, der im September 2013 an der Hochschule für Philosophie in München eingerichtet wurde. Diese wurde von ZDF Intendant Markus Schächter mit initiiert. Mit dem renommierten Sozialethiker Alexander Filipovic wurde die Idealbesetzung gefunden. Seine Arbeiten konzentrieren sich u.a.  auf die ethischen Herausforderungen, die mit Digitalisierung und Kommunikation verbunden sind. Hierzu gehört auch der Bereich  social media. Dort kann bislang jeder, auch anonym, "publizieren" und Millionen von Lesern erreichen, ohne einem Kodex zu genügen. In Zukunft ist hier die Schaffung einiger rechtlicher Standards gefordert. Vor allem sind  Bildung und Aufklärung der Akteure zur Selbstverpflichtung gefragt, denn auch das Recht auf Meinungsfreiheit hat seine Grenzen, z.B. durch die Vorschriften der allgemeinen Gesetze.


    
                  Großer Zuspruch auf dem Clubabend                                             Präsident Hermann Pointl führt in die Thematik ein

                  
        Frauke Ancker mit interessanten Ausführungen zur Medienethik                          Präsident Pointl dankt mit einem Präsent


Es war ein  sehr interessanter Clubabend mit Einblicken, die jedem von uns helfen, Medien besser zu verstehen, sich Informationen aufgrund der Vielfalt an Angeboten auch aus verschiedenen Quellen zu besorgen, um  ein um zu wesentlichen Ereignissen ein umfassendes und ausgewogenes Bild zu bekommen. So können wir den hohen Wert der Pressefreiheit bestmöglich nutzen.


Clubabend am 12. Oktober 2015

Unternehmensethik - Führungskultur und Wettbewerbsfaktor

Präsident Hermann Pointl sprach in seiner Einführung die dreí Aspekte der Wirtschaftsethik an - Ordnungs-, Unternehmens- und Individualethik. Entsprechend dem Thema des Clubabends konzentrierte er sich auf Unternehmensethik. Hinsichtlich deren Weiterentwicklung führte er als Beispiel die sechs ethischen Grundwerte eines weltweit führenden Konzerns an. Langfristig erfolgreiches Wirtschaften basiert auf Vertrauen mit allen Partnern, Beteiligten und Marktteilnehmern. Nichterfüllen ethischer Maßstäbe führt zum Risiko von Gewinneinbrüchen infolge von Vertrauensschädigung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit, also jene Entwicklung, die heutige Bedürfnisse befriedigt, ohne diejenigen der nachfolgenden Generation zu gefährden. " Ohne Ethik keine Entwicklung" ist die Schlußfolgerung von Oscar Maradiaga, Koordinator des Kardinalrates, den Papst Franziskus 2013 ins Leben gerufen hat.
Anselm Bilgri baute seine Ausführungen auf den benediktinischen Regeln auf, die ungeachtet ihrer 1500 Jahre auch heute noch große Bedeutung haben. " Ora et labora" steht für die Einstellung, dass Arbeit einen wichtigen Teil eines erfüllten Lebens darstellt. Es steht also nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung nach Lehren amerikanischer Experten im Vordergrund, sondern die langfristige Optimierung wirtschaftlichen Handelns unter Berücksichtigung ethischer Aspekte. So beruhen Wert und Erfolg eines Unternehmen auch entscheidend auf vertrauensvollen Beziehungen zu Geldgebern, Kunden und Mitarbeitern. Sie sind damit ein wesentlicher Teil der Unternehmensethik, die auf den Säulen Personalität, Solidarität und Subsidiarität beruht. Subsidiarität bzw. Nachhaltigkeit bedeutet dabei heutigen wirtschaftlichen Erfolg heute ohne den  zukünftiger Generationen zu gefährden. Letztlich gilt der Kant`sche Imperativ: "Handle stets so, dass dein Handeln Grundlage eines Sittengesetzes werden könnte". Dies erfordert auch eine entsprechende Führungskultur auf allen Ebenen eines Unternehmens.
Übertriebenes Profitstreben kann dazu führen, sektoral ethische Maßstäbe in einem Unternehmen zu missachten und dadurch Kunden- und Markterwartungen zu enttäuschen. Ein jüngster Vorfall aus der Automobilindustrie verdeutlicht dies als beredtes Beispiel. 
Unternehmensethik wird in Zukunft auch immer wichtiger werden, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Denn Studien der vergangenen Jahre in Europa zeigen, dass die junge Generation neben einem angemessenen Wohlstand auch immer mehr Wert auf Lebensqualität legt, sich also schrittweise von einer  Wirtschafts- zu einer Wertegemeinschaft verändert. Unternehmensethik wird also ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um die besten Köpfe. Aufgrund der internationalen Vernetzung  ist es  ein Hebel, auch in einer globalen Wirtschaft ethische Prinzipien zur Geltung zu verhelfen. 
Unternehmensethik ist also ein wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung von Unternehmen, in ihrer Gesamtheit eine wichtige Säule einer sozialen und gerechteren Marktwirtschaft.
Einführung und Hauptreferat haben sich wunderbar ergänzt. Ein Abend  mit Mehrwert für alle.

   
                        Anselm Bilgri                                      Aufmerksame Zuhörer                             Präsident Pointl (li.) dankt Anselm Bilgri

Clubabend am 28. September 2015

Informationen - aus dem Club für den Club

Präsident Hermann Pointl berichtete ausführlich über die Planungen für das beginnende Lions-Jahr 2015/2016. Die Clubabende stehen bereits bis Mai 2016 mit Terminen,Themen und Referenten fest.. Und auch die Abschlussfahrt  vom 1.- 3.7.2016 nach Südtirol ist schon fest eingeplant. Eine exzellente Planung, wie auch Past-Präsident Dr. Alois Schneck meinte. Dieser stellte als Activity Beauftragter die Aktivitäten des Clubs vor, mit denen die Einnahmen zur Unterstützung sozialer Projekte erzielt werden. Diese Aktivitäten sind "natürlich" auch schon alle fix geplant. Anschließend berichtete LF Torsten Adam kurz über seine Aufgaben und Einblicke als neu gewählter Chairman der Zone 2 München Monumental und damit Mitglied im Kabinett des Distrikt 111 - Bayern-Süd. Die Zone 2 umfasst 34 Lions Club aus dem Raum München und 2 LEO Clubs. Grundsätzlich haben alle Clubs ein Problem gemeinsam - die Gewinnung neuer Mitglieder. Dies wird immer schwieriger aufgrund der beruflichen Beanspruchung. Unglücklich ist auch die gegenwärtige Regelung, dass zwischen dem altersbedingten Ausscheiden aus den LEOs und dem möglichen Eintritt in einen Lions Club ein Zeitfenster von Jahren  klafft, in dem zahlreiche  potentielle Kandidaten für eine Mitgliedschaft in LCs verloren gehen. Insgesamt sieht es Torsten Adam auch für unseren Lions-Club als vorteilhaft, in das Geschehen innerhalb der  großen LIONS Organisation mit eingebunden zu sein. In diesem Zusammenhang erwähnt Präsident Pointl auch die gegenwärtigen Schwerpunkte des Distrikt 111 bezüglich  Unterstützung internationaler Hilfsprojekte im Rahmen von Lions. Dazu zählen spezielle Projekte bezüglich Syrien, Erdbebenopfer Nepal sowie das Projekt "Lichtblicke" des HDL zur Bekämpfung von Augenkrankheiten in Afrika. Zweckgebundene Spenden von Mitgliedern für eines dieser Projekte sollten an unseren ISARA Hilfsfond gehen und werden von dort gesammelt an den Distrikt geleitet. Die Spende für Lichtblicke wurde bereits überwiesen. Diese war termingebunden, denn all diesbezüglichen  Spenden von Lion Clubs gehen in den RTL Spendenmarathon am 18. November 2015 mit dem Governorratsvorsitzenden, der mit  Daniel Isenrich aus Südbayern kommt. 
An die ausführlichen Informationen schloss sich eine konstruktive Aussprache der Teilnehmer des Abends an mit großer Zustimmung für die Jahresplanung 2015/2016.



        
             Präsident Hermann Pointl begrüßt und informiert                            Großer Zuspruch auf dem ersten Clubabend             

   
               Intensives Studium der Unterlagen.....                                                  ...aber auch Zeit für ein Lächeln


Dann berichtete LF Joachim Kuhagen über seine erlebnisreiche Teilnahme an der Atlantic Rally for Cruisers im November 2014 von Las Palmas auf Gran Canaria nach St. Lucia in der Karibik.
Eine kurze Rückblende. Joachim Kuhagen bewarb sich als erfahrener Segler um eine Teilnahme. Er wurde  Mitglied der Crew von Christoph von Reibnitz, dem Skipper und Eigner des                     
Traditionsschiffes Peter von Seestermühe. Dieses Schiffwurde 1936 gebaut und 1991 liebevoll restauriert. Was jedoch die Technik anbetrifft, ist es ein rustikales Gegenstück zu modernen Schiffen - weder Hydraulik, elektrische Winden noch Computer, die einen Autopiloten steuern, sondern Segeln an Stagreitern, 24 Stunden rund um die Uhr Rudergehen.
Joachim Kuhagen schilderte so viele einzigartige Eindrücke  - u.a. die klassische Methode der Positionsbestimmung des Schiffes, u.a. über den Sternenhimmel, die Freude am Zubereiten von frischem Fisch unter Deck trotz Temperaturen nahe 40 Grad Celsius, das Leben und Arbeiten  auf Deck - die Wechsel von Sonne, Wind und Gischt, das auf und ab des Bootes allein in der Dünung, die Anstrengungen des  24 Stunden Rudergehens, aber auch das Geniessen der Freiheit, des Dahingleitens und des nächtlichen Sternenhimmels.
Überaus groß war die Freude,  als die Crew nach ungefähr der Hälfte der Distanz erfuhr, dass sie im Fleet Viewer der ARC Regattaleitung das Feld von 118 Schiffen anführte  Dieser Vorsprung konnte bis in das Ziel gehalten
werden, das nach 15 Tagen, 10 Stunden und 14 Minuten als Sieger erreicht wurde.

  
                             Hart am Wind...                                                           für volle Fahrt voraus


                    
                          Aber auch geniessen....                         ....und die Seele baumeln lassen..........                                  
 
                      
                      St. Lucia in Sicht                                                   Die siegreiche Crew


Die Schilderungen von Joachim Kuhagen betrafen nur einen kleinen Ausschnitt seiner Eindrücke. Er könnte stundenlang spannend über dieses einzigartige Erlebnis erzählen. Und er machte das so sympathisch zurückhaltend, fast schon "British Understatement". Zumindest ließ er  immer wieder die stille Freude aufblitzen, sich mit dieser Teilnahme einen Jugendtraum erfüllt zu haben, und das auch noch in der siegreichen Crew.
Nochmals herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für diese Schilderung. Für weitere  Informationen  u.a. der Verweis auf den Artikel " Segelträume - von der Karibik bis zum Ammersee" im LIONS Magazin International vom September 2015, Seite 60 - 62.